Sergej Lukianenko: Spektrum

Jetzt habe ich „Spektrum“ von Sergej Lukianenko fertig gelesen.
In dem Buch geht es mehr oder weniger um einen intergalaktisch tätigen Privatdetektiv, der angeheuert wird, um die Tochter eines reichen Mannes zu finden, sie sterben sieht und dann feststellt, dass seine Suche gerade erst begonnen hat.
Was mich gleich von Anfang an fasziniert hat, ist die Art, zwischen den Planeten zu reisen. Es gibt ein Torsystem (das nicht wirklich an Stargate erinnert), das die Schließer aufgebaut haben, eine außerirdische Rasse, über die man so gut wie nichts weiß, und die nie Fragen beantworten. Und um diese Tore zu benutzen, muss man eine Geschichte erzählen. Warum, das weiß niemand.

Von da ausgehend wird die Handlung immer irrwitziger und es gibt einige Stellen, an denen ich dachte „Oh, nein, das ist doch nun hoffentlich nicht die endgültige Auflösung“. Aber dann stellte sich heraus, dass die Charaktere sich geirrt hatten, und ich war mit dem Roman wieder versöhnt.
Andere Stellen wiederum haben bei mir spontane Lachanfälle ausgelöst. Die hier z.B.:

Daher sagte Martin kein Wort, rückte die Thermowaffe in eine bequemere Position und folgte Irina in die Schenke Zum krepierten Pony.

Es gab in der Tat ein Pony. Es stand auf einem Steinsockel neben einem wuchtigen Kamin und blickte die Gäste traurig mit Glasaugen an. […]
„Warum ein Pony?“, fragte Martin, während er Irina an einen Tisch in der hinteren Ecke folgte. […] „Warum hat man das arme Tier hierhergeschleppt?“
„Als Lasttier“, antwortete Irina finster. Auch ihr schien das Pferd leidzutun, das auf einem fremden Planeten umgekommen war.
„Und woran ist es gestorben?“
„Es ist einfach hierhergebracht worden und dann gestorben“, antwortete Irina gedankenverloren. „Weißt du, wie es hieß? Frodo!“
Martin nickte. Etwas in der Art hatte er erwartet.

Ich hab nur den Verdacht, dass die Übersetzung wirklich ziemlich schlecht ist.

4 Gedanken zu „Sergej Lukianenko: Spektrum

  1. Hmmmm … Ich habe das Original nicht gelesen (wohl aber ein paar andere Sachen von Lukjanenko), aber wenn ich die Übersetzung hier so lese, habe ich mal wieder das Gefühl, dass da einfach Wort für Wort, Satz für Satz übersetzt worden ist, ohne auf die Besonderheiten der jeweiligen Sprache und ihres „typischen Stils“ acht zu geben. Das Russische ist an sich viel abgehackter … Und der Satzbau im Deutschen ist ein wenig merkwürdig, so … russisch, eben XD

  2. Danke. Hatte gehofft, dass du was dazu sagen kannst. Weil wenn das nicht schlecht übersetzt wäre, müsste ich ja davon ausgehen, dass der Typ einfach keinen guten Schreibstil hat. Das wär schade gewesen, weil seine Geschichten ansonsten einfach verdammt gut sind. Aber nun kann ich immer auf einen besseren Übersetzer hoffen.

    Und ich weiß doch, warum ich Sachen lieber im Original lese… Muss russisch lernen… Naja, sobald ich halbwegs Japanisch kann vllt.

    • Naja, ich würde jetzt prinzipiell nicht sagen, dass Lukjanenko ein Meister des Stils ist. Aber sein Russisch liest sich viel besser als die deutschen Übersetzungen und ist auf jeden Fall nicht schlecht. Ich habe bei den Wächter-Büchern auch schon diese Diskussion gehabt, daher beurteile ich es gerade nicht nur von diesem Textausschnitt aus, ist ja die gleiche Übersetzerin …

      Jo, liegt wahrscheinlich an dem ganzen Übersetzungmodus für die „Unterhaltungsbücher“ (ich habe da Geschichten übers die Bezahlung der Übersetzer gehört, aber das wirst du wahrscheinlich besser wissen) 😦

      Russisch ist toll *_* Da gibt es noch paar andere klasse Autoren!

  3. Nach den abstrusen Wächter-Romanen und dem wirklich schlechten „Ritter der vierzig Inseln“, war ich eigtl. durch mit Lukianenko. Da schickt mir der Heyne-Verlag doch mit meine Bestseller-Wettbewerb-Skrip auch noch Spektrum zurück.
    Hab’s an eine Freundin verschenkt, offenbar kein Fehler.

    Nun muss ich aber zu den Übersetzungen anmerken, dass ich diese -zumindest bei den Wächter-Bänden- ziemlich gut fand. Ich denke aber, das mag daran liegen, dass Russisch an sich schon ähnlich Facettenreich ist, wie Deutsch. Nicht so wie Englisch (habe letztens den neuen Dan Brown gelesen… irre spannend, aber sprachlich natürlich kein Meisterstück)

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