Eine Frage

Es gibt doch einige Bücher, bei denen vor jedem Kapitel ein kleiner Text steht mit einem Zitat, einem Spruch oder sonstwas. Ich frage mich, ob es viele Leute gibt, die diese Texte lesen.
Klar, bei manchen Bücher muss man das, weil sie wichtige Informationen enthalten, wie bei Mistborn z.B. Bei manchen Büchern enthalten sie zwar weniger wichtige Informationen, sind aber trotzdem interessant. Wie in Heroes of the Valley. Aber oft scheinen es einfach nur Zitate aus irgendwas zu sein, die mehr oder weniger mit dem Inhalt des Kapitels zu tun haben. Wahrscheinlich macht es Spaß, solche Zitate herauszusuchen.
Aber sind sie nicht ähnlich wie die Lieder in Fantasyromanen etwas, das man meistens nur überfliegt?

13 Gedanken zu „Eine Frage

  1. Mir fallen jetzt spontan nur 2 Bücher ein, bei denen es war – naja, mehr Bücher, aber halt 2 Serien. Einmal die Tintenwelt-Romane, da sind es ja Buchzitate – bei einem Buch über die Liebe zum Buch nicht dumm, und ja, ich habe sie gelesen.

    Und dann in einer amerikanischen Fantasy-Reihe von Christine Morgan, die Magelore-Bücher, da sind es Zitate aus dem Buch des Erzmagiers – vollkommen irrelevant für den Text, sie charakterisieren ihn zwar ein bisschen, aber nicht so, dass man das aus dem normalen Text nicht genausogut rauslesen könnte, aber nett zu lesen, teilweise auch recht trockene Sprüche.

    Ansonsten muss ich gestehen, dass es mirn icht aufgefallen ist.

    Aber ich lese ja auch die Lieder in Fantasyromanen…

    • Hmmm … Mir fällt da spontan die „Silent Empire“-Serie von Steven Harper ein (ich hatte sie irgendwann mal empfohlen – geht hier html eigentlich? Ich versuche es einfach mal: hier nämlich) – da sind es allerdings keine Zitate aus der wirklichen Welt, sondern angebliche Zitate aus den Büchern/Gedichten oder Aussprüche berühmter Persönlichkeiten aus der Welt, in der die Story spielt. Jup, gelesen, weil sie zum Teil richtig gut sind. Und zumindest in einem der Bücher trägt es entscheidend zum Verstehen des Story bei, weil da dadurch die Originalsprüche einer Ordensgründerin mehr oder weniger mit dem, was ihre Nachkommen daraus gemacht haben konfrontiert werden.

      Ich glaube, man merkt es einfach, wo die Autoren einfach nur ihren Text aufhübschen wollen und wo sich die Zitate als eine Notwendigkeit des Textes ergeben …

      • Und zumindest in einem der Bücher trägt es entscheidend zum Verstehen des Story bei, weil da dadurch die Originalsprüche einer Ordensgründerin mehr oder weniger mit dem, was ihre Nachkommen daraus gemacht haben konfrontiert werden.

        Sowas find ich cool. Da les ich die Zitate dann natürlich auch. Aber sobald ich merke, dass der Autor seinen Text nur „aufhübschen“ wollte, les ich sie halt nicht mehr. Hab mich einfach gefragt, ob das irgendjemand tut.

  2. Also ich lese das immer, weil es ja sein könnte, dass es eine wichtige Information für das nächste Kapital enthält. Lieder oder Gedichte lese ich allerdings nur, wenn sie nicht zu lang und zu langweilig sind 🙂

  3. Ich lese sie eigentlich immer, wobei ich ziemlich die Augen verdrehe, wenn ich das x-te Shakespeare-Zitat lese. Das muss in irgendeinem Selbsthilfebuch für Schreiberlinge stehen (Wie lasse ich meinen Text intellektuell wirken. Für Anfänger: Schlage MacBeth an einer beliebigen Stelle auf und zitiere Zeile 10-14).

    • Das erinnert mich gerade an die Filmhochschule München – ich war da mal bei einer Veranstaltung und uns ist u.a. erzählt worden, dass es verboten ist, bei den ersten Filmen Tiere, Kinder und Waffen zu verwenden. Sonst macht es *jeder*. Vielleicht sollte es auch so einen Verbot für Shakespeare-Zitate geben 😉

  4. Lese ich auch, vor allem, weil ein Teil der literarischen Erfahrung ist, je obskurer umso besser. Achja, da ist Sandman auch eine schöne Schatztruhe.

  5. hm, eine der wenigen buchreihen, in denen die dinger verdammt genial eingesetzt waren und in denen ich jedes einzelne gelesen habe, sind die von jasper fforde. die ‚thursday next‘ reihe besonders, aber die nursery crimes habens meine ich auch.

    auch der autor spielt ja eh zu gern mit dem paratext* – in den thursday büchern sind die epigraphen* z.t. zitate aus thursday’s (zum zeitpunkt der geschichte noch nicht existierender) biographie (den biographen lernt man später als charakter kennen), zeitungsartikel aus einer fiktionalen zeitung in der welt, etc., etc.
    aber bei thursday gibts ja auch das footnoterphone, dank dem sich halbe konversationen in den fußnoten abspielen. sehr geil.

    meist lese ich epigraphen nur, wenn sie eben irgendwie besonders sind, aus der reihe fallen, der geschichte wirklich was hinzufügen. sonst werden sie einfach ignoriert.

    (* hah, ist an der uni doch was hängen gebelieben! ich musste nichtmal nachschlagen, wie die dinger heißen!)

  6. Ich lese solche Zitate immer, manchmal (wenn die Geschichte selbst nicht sooo spannend ist) blättere ich sogar das ganze Buch durch und lese als erstes die Zitate. Hab solche Zitate auch schon in einer Hausarbeit gebracht und wurde dafür gelobt, das sei beim Lesen sehr schön gewesen (gab aber keine bessere Note, manno …). Allerdings sind mir inflationäre Shakespeare-Zitate bisher nicht aufgefallen.

  7. Besonders diese Kleinigkeiten sind es doch meiner Meinung nach, die solche bücher erst interessant machen! da ich ja privat nicht wirklich Fantasy lese, kenne ich die Lieder nur aus Herr der Ringe etc.
    Doch auch bei (jaja ich weiß) Ildiko von Kürthy zum Beispiel stehen oft kleine Texte und die machen erst das Salz in der Suppe aus!

    Für mich sind sie genauso wichtig wie die Klappentexte!

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