Yay! – Vernünftige Sekundärliteratur

Nachdem ich es nun schon mit seltsamen religiösen Betrachtungen und herablassenden Kommentaren in Bezug auf Fantasy zu tun bekommen habe, habe ich endlich ein Sekundärwerk gefunden, das recht vernünftige Dinge zu erzählen scheint. Es behauptet weder, Fantasy wäre so unglaublich mythisch, dass sie sich jedem Definitionsversuch entzieht, noch versucht es irgendjemanden in Bezug auf Fantasy zu beruhigen oder das Genre zu rechtfertigen. Ebensowenig erklärt es das ganze Genre zu Schrott.
Und als wäre das noch nicht Grund zur Freude genug, ist dieses Buch außerdem so geschrieben, dass man es versteht! Die Autorin ergeht sich nicht in mit Fremdworten gespickten Schachtelsätzen, und schafft es sogar, innerhalb eines Kapitels zu einem Punkt zu kommen.

Es ist so unglaublich, dass ich ein Foto machen musste, um zu beweisen, dass dieses Buch tatsächlich existiert.

Es enthält nicht nur einige genredefinitionsbezüglich tolle Aussagen, sondern auch einige interessante Ideen dazu, warum Fantasy geschrieben und gelesen wird.

Und ich arbeite nun mal weiter…

5 Gedanken zu „Yay! – Vernünftige Sekundärliteratur

  1. Oha! Das klingt wirklich außergewöhnlich vernünftig. Du hast nicht rein zufällig Lust, deine Leser mit ein paar tollen Zitaten daraus zu beglücken? Mich würde das nämlich auch mal interessieren. 😀

    • Das ist nicht so einfach, wenn man nicht gleich ganze Seiten abtippen will. Aber wie wärst hiermit?
      „Der denkende und handelnde Mensch und seine Auseinandersetzungen mit den Mächten der Umwelt ist also das zentrale Anliegen der Fantasy.“

      Oder
      „In ihrer Qualität als Gegenbewegung hat die Fantasy einen Teil des modernen Traumas vom Individualitätsverlust in ihre Weltanschauung aufgenommen; auch sie träumt nicht mehr den ungebrochenen Traum von der vollkommenen Freiheit des Menschen. Nur haben die Fremdbestimmungen, die s in den Romanen zu bekämpfen gilt, oft supra-empirischen Charakter.“
      Supra-empirisch ist deren Wort für übernatürlich.

      Allgemein sagt sie, dass Fantasy eine Gegenbewegung zur Moderne bzw. dem Industriezeitalter ist, in dem es nicht mehr möglich ist, dass ein Einzelner großartig was bewirkt. Aber genau die Sache, dass ein Einzelner oder eine Gruppe, etwas Großes bewirken kann (die Welt retten z.B.), ist ja ein sehr wichtiger Aspekt von Fantasy.

      Befriedigt das vorerst deine Neugierde? *g*

    • Stimmt, das ist ein gutes Ziel. *g*
      Man könnte auch versuchen, das Wort in Rezensionen oder ähnlichem unterzubringen.
      „Ju Honischs Romane spielen vor einem historischen Hintergrund, den die Autorin mit supra-empirischen Wesenheiten bevölkert.“

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