Shutter Island und Sonstiges

Wir haben am Wochenende Shutter Island gesehen, und der Film war gut. Das muss im Vorhinein gesagt werden, weil was jetzt kommt, klingt nicht so.

Zuerst war ich weniger begeistert.
Der Film fängt mit einem sehr gestellt wirkenden Gespräch zwischen dem Hauptcharakter und seinem neuen Partner an, in dem ersterer letzterem erzählt, auf welche Weise seine Frau ums Leben gekommen ist. Man weiß sofort: Hier wurde eine äußerst plotrelevante Information untergebracht, die entweder Regisseur oder Drehbuchautor unbedingt direkt in der ersten Szene haben wollten, koste es, was es wolle.

Dann wird es besser. Hauptcharakter und Partner sind US Marshalls und sollen eine geflohene Patientin finden. Verschwörungen tun sich auf. Für eine Weile ist das spannend. Dann zieht es sich ein wenig. René hat angefangen auf die Uhr zu gucken, und ich habe die Staubflusen im Strahl des Filmprojektors beobachtet.
Dann wurde es wieder besser.
Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich wüsste, wie der Film ausgeht. Kurz vor Ende wurde es immer unwahrscheinlicher, dass das, was ich mir überlegt hatte, eintreffen würde. Dann kam das Ende und der letzte Satz, und mit einem Schlag war der Film gut. So richtig gut. Rückwirkend irgendwie. Das Ende war die ganzen zwei Stunden rumsitzen wert. Es ist unglaublich schön und traurig, und ich werde es natürlich nicht verraten.

Die Heimfahrt am Sonntag war übrigens sehr … spannend. Die Bahn sollte auch Werbung machen mit: „Brichst du auf gen Ittaka.“ Ich bin froh, dass ich nur 5 Stunden und keine 10 Jahre nach Hause gebraucht habe.

Und zuletzt noch etwas ganz anderes. Ursula Vernon schreibt darüber, wie es ist, Geschichten nicht nur völlig ohne Planung sondern auch nicht in Reihenfolge zu schreiben. Ich würde das ja auch gerne können, weil es klingt ziemlich cool und spannend. Nur wenn ich nicht am Anfang anfange und mich der Reihenfolge nach bis zum Ende vorarbeite, dann ist das Ergebnis mit hundertprozentiger Sicherheit eine Katastrophe.

3 Gedanken zu „Shutter Island und Sonstiges

  1. *neid* Ich kann auch nicht schreiben ohne roten Faden, da werd ich flusig und verzettel mich total. manchmal schreibe ich fragmente aus später kommenden Szenen vor, wenn ich ganz und gar nicht weiterkomme, aber wenn ich die dann einbasteln soll, ändere ich meist wieder so viel um, dass von der ursprünglichen Schnippselszene nicht mehr viel überbleibt. Ich bin zwar zu 99% bauchschreiber, aber ein gewisses Maß an Konzept brauch ich, sonst werde ich nicht fertig.

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