Charaktere und mehr Steampunk

Gerade gefunden: Dan Wells zeigt hier anhand verschiedener Filme, wie man Charaktere mithilfe einiger weniger Sätze oder einfacher Handlungen so einführt, dass der Zuschauer/Leser gleich eine Vorstellung von ihnen bekommt. Das ist unglaublich toll und die Art von Trick, die ich gerne perfekt beherrschen würde.

Wo wir gerade bei unglaublich tollen Dingen sind… Das Cover von Bernd Perplies nächstem Roman ist eines der coolsten Steampunk-Cover, die ich je gesehen habe. Ich bin ja mal gespannt, wieviele steampunkig angehauchte Romane in nächster Zeit noch so kommen. Ein paar scheint es ja doch zu geben.

Soviel für heute. Nun müssen ein paar Dinge getan werden, um die Deadline-Monster zu füttern. (Das klingt immer so unglaublich wichtig und ich wünschte, es würde sich auf irgendwelche tollen Schreibprojekte beziehen. Tut es leider nicht.)

6 Gedanken zu „Charaktere und mehr Steampunk

  1. Die Einführungen der Charaktere in „Schweigen der Lämmer“ sind wirklich ziemlich gut, auch wenn für Hannibal Lecter auch sehr viel „tell“ statt „show“ bemüht wird. Das erste Beispiel aus „(500) Days of Summer“ finde ich dagegen eher schwach, denn ein paar dramatische Worte über ein schweres Scheidungsschicksal sind m.E. nicht genug, einen runden Charakter zu zeichnen. Clarice Starling auf ihrem Parcours ist da schon deutlich besser (und kommt sogar ohne Worte aus).

    Steampunk ist ein faszinierendes Genre. Kaum einer versteht dasselbe darunter, und ich bin mir nicht einmal sicher, ob es das Genre überhaupt gibt. Aber eine Menge Leute arbeiten dran, das ist richtig 🙂

    • Ob die Beispiele jetzt alle perfekt sind oder nicht, da kann man sicher drüber streiten. Ich denke einfach, wenn man irgendwas in der Richtung hinbekommt, hat man schon was gewonnen.

      Deshalb habe ich ja „steampunkig angehaucht“ geschrieben. Ich denke, es gibt wenige wirkliche Steampunk-Romane (wie genau man das nun auch immer definiert), vor allem hierzulande, aber doch einige, die entsprechende Elemente enthalten.

      • Die Gespräche mit Freunden von Film & Theater haben mit da sehr geholfen. Seitdem bin ich oft auf der Suche nach „symbolischen“ Bildern (wie z.B. Clarice, die durch einen bedrohlichen Wald rennt). Bücher funktionieren aber leider etwas anders; man kann sich nicht immer darauf verlassen, dass Leser sich das Beschriebene bildhaft vorstellen, und dann noch die Mehrdeutigkeit des Bildes erkennen.

        • Naja… natürlich darf man ein Buch nicht wie einen Film behandeln, aber ich denke, mit den richtigen Worten, kann man schon recht eindrückliche Bilder heraufbeschwören.

          Außerdem ist es (find ich) mit bestimmten Worten/Vergleichen/Metaphern/Wasauchimmer viel leichter, gezielt irgendwelche Assoziationen hervorzurufen, als wenn man einfach nur das Bild hat wie im Film.

          • Das stimmt … aber Aussprechen ist langweilig 😉 Mein Punkt ist, Clarice im Wald ist auch „einfach nur ein Bild“. Geschrieben wäre das „Clarice rannte durch einen Wald“, gerne etwas ausführlicher, aber zunächst ohne Wertung; so hätte Hemingway das wahrscheinlich gelöst. Wo ich gerne hinmöchte, sind die übrigen neunzig Prozent seines sprichtwörtlichen Eisbergs. Dem Leser via Similie oder Metapher zu sagen „Der Wald war wie die ganze Welt, und die Bäume all die Verbrecher, die auf sie warteten“ ist nur die halbe Miete. Ich möchte – ganz, wie du sagst – etwas „heraufbeschwören“: Dem Leser soll unwohl werden, er soll Clarices Angst spüren, ohne zu wissen, was an diesem Wald denn nun eigentlich so schlimm ist. Dann denkt er vielleicht nach. Und kapiert das Bild.

            Natürlich ist das zu 90% Wunschdenken 🙂

            • Klar, Aussprechen ist langweilig. Das meinte ich auch gar nicht.
              Vllt sind Metaphern und Vergleiche bei diesem Beispiel wirklich nicht so gut. Aber dann blieben von den von mir genannten Möglichkeiten immer noch zwei.
              Wenn man z.B. schreibt „Ihre Schritte klangen dumpf auf dem toten Laub des letzten Jahres“ hat man gleich eines gewissen düstere Grundstimmung, allein durch die Wortwahl.
              Und was sonstige Stilmittel angeht … Wenn man z.B. schreibt „Je tiefer sie kam, desto dichter rückten die Bäume zusammen.“ hat man die Bäume durch die Personifizierung in die Nähe von Menschen gerückt, so dass der Leser vllt eher den gedanklichen Bogen schlägt, den er schlagen soll.

              Sind wahrscheinlich nicht die besten Beispiele, aber vllt wird klar, was ich meine. Man kann allein dadurch unterschiedliche Assoziationen wecken, dass man „totes Laub“ statt „altes Laub“ schreibt, und dass man sagt „die Bäume rückten dichter zusammen“ statt „der Weg wurde schmaler“. Das ist, was, was nur im Buch funktioniert und nicht in Film oder Theater.

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