Was sollen Kinder denn nun eigentlich lesen?

Ich bin gerade über diesen Artikel zu dem Buch „Nichts“ von Janne Teller gestolpert, weil die Beschreibung interessant klang, die Buchreport dazu liefert:

Das Buch erzählt von einer dänischen Schulklasse auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Skandalös sei der Ernst, mit dem die Schüler zu beweisen versuchen, dass das Leben einen Sinn habe und dabei eine Schmerzgrenze nach der anderen überschreiten. Wer wissen möchte, welchen Weg Fanatiker hinter sich haben, die alles und jeden zu opfern bereit sind, finde in „Nichts“ eine Antwort.

In diesem Artikel heiß es unter anderem:

Wer immer sich seit dem Erscheinen der deutschen Ausgabe über „Nichts“ geäußert hat, wies gern auf das „Skandalöse“ hin, das diesem Buch anhafte. Von einer „perfiden Geschichte“, mit der Teller „provoziere“, schrieb Focus Online, „verstörende Fragen“ und „Brutalität“ fand die „Berliner Zeitung“ in dem Roman, die „Welt“ witterte gar einen „Skandalroman“, und der „Berliner Kurier“ porträtierte Teller (“eine freundliche, gutaussehende Frau, die viele Lachfältchen im Gesicht trägt“) unter der Überschrift: „Vergiftet ihr Buch die Seelen unserer Kinder?“

Wo man der Fantasy vorwirft, zu wenig Realität zu bieten, hat dieses Buch also anscheinend zu viel. Wo Fantasy angeblich eine heile Welt zeichnet, sind es bei diesem Buch die „verstörenden Fragen“, die man den armen Kinderchen nicht zumuten kann.
Da fragt man sich doch, was Kinder der öffentlichen Meinung nach eigentlich lesen sollen und wie langweilig ein solches Buch sein müsste.

9 Gedanken zu „Was sollen Kinder denn nun eigentlich lesen?

  1. Ich empfehle die klassische Schullektüre, wie z.B. „Der Tod in Venedig“ oder „Homo Faber“. Beides Bücher bei denen (sowie jeweils ihren Verfilmungen) ich eingeschlafen bin.
    Das sind gute Vorraussetzungen, schätze ich.

  2. Nichts!

    Lesen ist: anstrengend und schlecht kontrollierbar.

    Fernsehen ist da besser. Wobei idealerweise von der Sendung mit der Maus nur noch zu Marienhof und dann Tatort gewechselt wird.

      • Es scheint doch, als ob „Nichts“ eben das ist, was Kinder nicht lesen sollen. 😉

        Es gibt doch noch die schönen Kinderbibeln und christlichen Erbauungsbücher … Obwohl, wenn der christliche Fundamentalismus weiter fortschreitet, ist das sicher auch bald böse. Oder Pflichtlektüre, je nachdem.

        Und nichts gegen die Sendung mit der Maus!

  3. Hi Andrea,

    Das ist tatsächlich eine heiss diskutierte Pädagogensache, also die Frage wieviel ein Kind abkann.

    Die heutige Einstellung geht – leider – dazu Kinder in Watte zu verpacken und möglichst behütet aufwachsen zu lassen, ohne sie je mit der „grausamen Realität“ zu konfrontieren. Das ist ein relativ komplexes Problem in dem Kinder nicht mehr als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen werden, sondern als erweiterung des eigenen Ichs in das die eigenen (meist mütterlichen) Wünsche und Träume projieziert werden.

    Das nimmt zum Teil krudeste Formen an (Wenn man sich die RTL2 Schneidementalität an der Serie „naruto“ mal als Beispiel vornimmt, in der nun niemand mehr stirbt sondern nur noch „geschlafen“ und „weg gegangen“ wird. Was witzigerweise teils zu einer schlechteren (lies: nur für ältere Semester) FSK Einstufung geführt hat, als das blutige und sterbende Original.).

    Ich halte es an dieser Stelle mit Walt Disney (dem Herrn): Kinder können deutlich mehr ab als mancher glauben möchte, es muss dem Kind nur richtig (also: kindgerecht) dargelegt werden.

    Sieht man sich alte Disneyfilme an, wird das schnell klar: „Bambi“ ist nur deswegen so erschreckend für Kinder weil es mit frühkindlichen Ängsten spielt (Das Entreissen der Mutter aus dem Dunkeln, namenlosen), aber auch wenn es gerne scherzhaft behauptet wird ist mir kein tatsächliches Trauma durch diesen Film bekannt 😉

    Wichtig ist immer der Umgang mit den Dingen. Bambi wäre nicht so spannend und gruselig, wenn alles hell und freundlich wäre. Zuweilen ist der Film unglaublich düster.

    Ich kenne das Buch jetzt nicht (werde mir da aber gleich mal ein paar Meinungen zu zu gemüte führen), kann also sein das ich vollkommen vorbei schiesse, aber diese „Was dürfen/können Kinder, Was nicht“ ist in der Pädagogik ein heisses Eisen.

    Davon ab leben viele die Gewaltinhalte und Sexinhalte für Kinder/Jugendliche verbieten wollen in einem Elfenbeinturm, denen ich stets empfehle mal zu schauen was so im Tagesprogramm und in der Werbung läuft.

    Pädagogischer Einschub Ende,

    Liebe Grüße,

    Bianca

    Ps.: Bevor sich jemand drauf stürzt: Ich bin gegen Gewalt an Kindern in jeder Form. Danke auch 🙂

  4. Hallo Andrea,

    ich bin seit einiger Zeit am überlegen dieses Buch für die Schulbibliothek zu kaufen.
    Leider rasseln wir immer wieder mit „Pädagogen“ zusammen denen unsere Auswahl nicht gefällt.
    Es werden dann Aufkleber eingeführt die die Bücher in „Altersgruppen“ einteilen da die Kinder ja nichts lesen sollen was ihnen schaden könnte.
    Meiner Meinung nach gibt es wichtigeres wovor man Kinder schützen sollte als vor Büchern.
    Eine 10 jührige die Pferdebücher mag wird sicherlich nicht „Nichts“ lesen und danach völlig desillusioniert auf ihren Kleiderschrank klettern und es Pierre nachmacht.
    Mir ist es allemale lieber mein Kind hat Zugang zu Literatur die es interessiert als nur weichgespühlten Schund zu lesen.
    Plötzlich sind sie erwachsen und merken dass es ausserhalb der rosaroten Plüschmauern die Papi und Mami errichtet haben ein anderes Leben gibt.
    Ich denke ich werde das Buch einfach mal ins Regal stellen ;0)

    Grüße,

    Nicole

    • Tu das 🙂

      Ich finde es schrecklich, erst als beim Erwachsen werden herauszufinden, dass die Welt nicht so nett ist, wie man dachte. Da hat man noch genug andere Probleme.

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