Terry Pratchett soll aus der Fantasy-Nische

Der deutsche Verlag von Terry Pratchett will eben diesen aus der Fantasy-Ecke holen, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Nachlesen kann man die Details dazu hier.
Viele Leute haben darüber schon gebloggt. Einen sehr ausführlichen Post dazu kann man bei Tom Orgel lesen. Und warum das ganze eine Beleidigung der Fantasy ist, erklärt Thomas Michalski.
Allgemein scheint man sich im Internet über folgendes einig zu sein:

  • Die Neuübersetzung ist vielleicht keine so schlechte Idee
  • Die Aussage der Lektorin „Nichts gegen Fantasy, aber Pratchett wird unter Wert verkauft.“ ist unter aller Sau.
  • Die Coverbilder, mit denen man Pratchetts Werke versehen will, sind grauenhaft, und sprechen wahrscheinlich weder Fantasy-Fans noch irgendwelche potentiellen Neuleser an.

Zumindest ist mir klar, wieso man diesen „Raus aus der Fantasy“-Versuch mit „Voll im Bilde“ beginnt. Dort geht es ums Kino, also um etwas, das jeder kennt. Wohingegen Pratchetts frühere Werke sich ja vor allem über die typischen Fantasy-Klischees lustig gemacht haben. Was mich zu der Frage bringt, was man mit so Romanen wie „Das Licht der Phantasie“ oder „Wachen! Wachen!“ in diesem Zusammenhang vor hat. Sie einfach ignorieren? Ein nicht-fantasybewandertes Publikum wird auf jeden Fall wenig mit Cohen dem Barbaren, sprechenden Schwertern und dam ganzen Gerede über einen lange verlorenen König und die sicherste Methode, einen Drachen zu erlegen, anfangen können.

4 Gedanken zu „Terry Pratchett soll aus der Fantasy-Nische

  1. Tja, was ist mit Das Licht der Phantasie usw.? Das… das wird bestimmt ein groß angelegter Plan, all die großartigen, unter Wert gehandelten Autoren wie Robert E. Howard und Fritz Leiber, die in Pratchetts frühen Werken persifliert werden, aus der Fantasy-Ecke rauszuholen. Mit der Fantasy ist es bekanntlich eine rein nominalistische Angelegenheit: Das Wesentliche liegt immer im Namen, nie in der Sache.

  2. Das Zitat ist ja echt witzig. Und beweisst eigentlich nur, dass die Lektorin selbst noch nicht gerafft hat, was Fantasy eigentlich ist …

    Natürlich muss man zugeben, dass man rein marketingtechnisch verstehen kann, warum sie diese Aussage so in den Raum stellt und was sie damit erreichen will.

    Bücherverkaufen ist halt auch ein Geschäft und ich kann mir durchaus vorstellen, dass durch dieses Vorgehen die Rechnung für den Verlag aufgeht. Seufz.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s