Tron

Wir haben am Wochenende zwischen Renovieren und Dinge für die neue Wohnun kaufen den neuen Tron-Film gesehen. Er war nicht so schlecht, allerdings so gut wie komplett vorhersehbar.

Und ab hier enthält dieser Post Spoiler.

Ich wollte das nur gesagt haben.

Ein paar Dinge waren natürlich storytechnisch einfach unvermeidbar. Zum einen, dass Tron da irgendwo rumläuft. Und zum anderen, dass er am Ende wieder auf die richtige Seite wechselt. Letzteres war anscheinend so unvermeidbar, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, sich einen vernünftigen Grund dafür auszudenken oder es auch nur nachvollziehbar darzustellen. Das fand ich recht enttäuschend. Sie hätten zumindest eine Szene im Stil von Star Wars machen können.

Was ich in Sachen Vorhersehbarkeit allerdings nicht verstehe, ist, warum sich Verräter immer auf diese typische Verräterart verhalten müssen. Sie sind entweder schleimig-freundlich und aufgedreht oder sie sind einfach unsympathisch (wie Cypher z.B.). Bei Tron haben wir einen Verräter der aufgedrehten Sorte, dessen Motivation reine Habgier zu sein scheint, weil es ja zu viel Arbeit gewesen wäre, ihm irgendeine coole, hintergrundabhängige Motivation für seinen Verrat zu geben.
Auf jeden Fall haben zwei Sätze von dem Mann gereicht, um ihn zu entlarven.

Aber genug gemeckert. Ansonsten hatte der Film seine guten Momente. Die Idee mit dem selbst entstehenden virtuellen Leben fand ich zum Beispiel toll. Außerdem wurden natürlich einige der besten Elemente aus dem alten Film aufgegriffen, wie zum Beispiel das Lightcycle-Rennen.

Von der Atmosphäre her, ist der Film eine recht seltsame Mischung aus Matrix und Star Wars. Dadurch, dass Flynn in einer Kutte rumläuft, ein paar beindruckende Fähigkeiten hat und einen auf alt und weise macht, hat er halt einfach etwas von einem Jedi. Und der Verräter hat mich irgendwie an den Merowinger errinnert.

Meckern muss ich nun allerdings doch noch mal, wenn auch nicht über den Film selbst, sondern über die 3D-Technik. Das Zeug bringt einfach nichts, abgesehen davon, dass es beim ersten Mal beeindruckend aussieht. Im Gegensatz zu Farbe, die für den Film eine wichtige Weiterentwicklung war, hilft 3D nicht dabei, Dinge besser zu erkennen. Im Gegenteil. Alles, was sich schnell bewegt, verschwimmt. Bei Kamerafahrten, die etwas schneller als arschlangsam sind, erkennt man einfach nichts mehr.
Außerdem funktioniert es nicht gut, diese Brille über der eigenen Brille zu tragen. Man muss die eigene Briller weiter nach hinten schieben, als angenehm ist. Die 3D-Brille rutscht trotzdem, und ihr zu breiter Steg führt dazu, dass in der Mitte immer alles ein bisschen unscharf ist.

Ich denke mal, wenn das 3D-Zeug ohne Option auf 2D immer weiter um sich greift, werden René und ich einfach weniger ins Kino gehen.

4 Gedanken zu „Tron

  1. Ich stimme deiner Analyse der 3D-Technik voll und ganz zu. Der Film ist eine empfehlung wert, oder eher nicht?

    (Ich war am WE in Black Swan, den kann ich nur empfehlen)

    • Sagen wir, er hätte schlechter sein können.
      Aber der Sinn dieser Gladiatorenkämpfe, die im ersten Teil noch Sinn machten, da sie ja alle an Spielen teilnahmen, machte hier weitaus weniger Sinn, außer, zur Volksbelustigung.

      Clus Motivation hinter dem Ganzen macht auch Sinn, wenn man sich vor Augen hält, dass er letztendlich „nur“ ein Programm ist und somit einfach nur ja und nein kennt.

  2. Ich stimme deiner Beurteilung voll und ganz zu (bis hin zum „Merowinger“).

    Gut, dass die Kämpfe zur Volksbelustigung dienten – völlig okay. Darum gings ja bei Gladiatorenkämpfen schon immer hauptsächlich.
    Da war meine Frage lediglich: Es ist ein verdammtes computerprogramm – warum müssen Programmroutinen belustigt werden? Wer sitzt da im Publikum? (Dass einzelne Programme „freidenkerisch“ und damit „kreativ“ sein müssen, um dem Ganzen ein kreativ-entwickelndes Potential zu geben – in Ordnung. Aber wozu haben Standardprogramme Freizeit und müssen in dieser belustigt (bzw. abgelenkt) werden?

    Das ist eigentlich mein größter Kritikpunkt (ich hab das ding nicht in 3D gesehen. *g*): Diese „Matrix“ war mir zu „un-computerhaft“. Und letztendlich auch zu sinnlos.

    Vielleicht hab ich es auch nur nicht verstanden – aber während dieses virtuelle Konstrukt im ersten Teil noch irgendeinem Zweck diente, lag das ganze seitdem ja eigentlich nur brach. Oder hat es irgendwas getan?
    Das ganze war doch nur eine Art abgeklemmtes ‚Skynet‘ (aus dem aber immerhin dann wieder Pager-Nachrichten rauskamen) – ich hatte gehofft, das sie es irgendwann in Beziehung zum (ja in der Eingangsszene verwendeten) Internet setzen. aber nix wars.
    Hm. Optisch nett, der Vollständigkeit halber für alte Tron-Freunde sehenswert – und stimmt: der Soundtrack ist wirklich gelungen. Nicht meine Musik, aber es hat gepasst.

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