Verfilmungen und andere Dinge

Manch einer erinnert sich vielleicht, dass ich schon mit einem Exemplar von „Mein fahler Freund“ gewunken habe als noch keiner den Roman lesen konnte. Inzwischen ist er erschienen, und nicht nur das, es ist auch eine Verfilmung angekündigt, bzw. es wurde schon mit den Dreharbeiten begonnen.
Das ist natürlich zum einen cool, zum anderen frage ich mich, ob man dieses Buch so sonderlich gut verfilmen kann. Immerhin lebt es viel von der Art, wie es erzählt wird. Fest steht allerdings schon mal, dass das ein recht ungewöhnlicher Zombiefilm werden dürfte.

Nun zu ein paar weiteren Entdeckungen …
Das Wörterbuch des Viktor Vau“ klingt vom Klappentext her extrem interessant. Der fängt nämlich an mit:

Dies ist das gefährlichste Buch, das Sie je in den Händen halten werden. Seine Sprache ist so exakt wie einzigartig. Und so tödlich wie keine Waffe dieser Welt …

Cooler als cool, oder? Denkste. Die Leseprobe habe ich nach drei Seiten wieder weggeklickt, weil sie nicht cooler als cool, sondern langweiliger als langweilig war.
Man traue keinem Klappentext …

Und dann ist da das genaue Gegenteil: Ein Buch, das auf den ersten Blick nicht so toll aussieht, aber immer interessanter wird, je länger man versucht, etwas darüber rauszufinden. „Die Soldaten“ von Tobias O. Meißner. Ich hatte diese Meldung hier gelesen. Mein erster Gedanke war: „Noch ein Völker-Titel?“ Immerhin gibt es ja auch „Die Zauberer“, da fehlen noch eine ganze Menge anderer Berufsgruppen. Dann kam ich an diese Stelle: „»Die Soldaten« heißt das am 10. März erscheinende Meisterwerk aus Meißners Feder, dem selbst die FAZ »überragendes schriftstellerisches Können« bescheinigt.“ Und mein nächster Gedanke war natürlich: „Seit wann schreibt die FAZ irgendetwas Positives über Fantasy?“*
Und zuletzt habe ich in die Kurzgeschichte hineingelesen, die es zu dem Roman gibt.
Ich muss sagen, ich war beeindruckt. Man schaue sich diesen Anfang an:

Es war der fünfte oder sechste Tag, nachdem die Atemluft sich in Gift verwandelt hatte.
Niemand in der Stadt Chlayst hatte sich vorher Gedanken darüber gemacht. Was Luft ist. Woraus sie besteht. Was sie bedeutet.
Bis sich die Luft gegen alles Lebendige kehrte. Und jeder Atemzug war, als würde man rotglühende Nadeln in sich hinein schlürfen.

Ich würde sagen, der Mann kann schreiben …

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* Ich habe die zugehörige Rezension nicht finden können. Aber der Autor scheint bei der FAZ einen Fan zu haben, so viel steht fest.

8 Gedanken zu „Verfilmungen und andere Dinge

  1. Ich wiederum habe mal in einen Roman von Meißner hineingelesen nur um festzustellen, daß bei ihm der Handlung die überbordende Sprache im Wege steht. Außer mal, daß die Handlung in dem Fall reine Gewaltpornografie war.

    • Also ich fand die Leseprobe zu den „Soldaten“ (anscheindend der Prolog) sprachlich beeindruckend und eine geschickte Form des Infodumps. Sehr stimmig – für eine einleitung.
      Sollte sich das Buch allerdings durchgehend auf dieser Form von Sprache bewegen, dürfte es für mich beinahe unlesbar sein. Und das heißt schon etwas, bei jemandem, der lieber zu beschreibend und zu stimmungslastig schreibt als zu knapp.

      Ich werd’s aber auf jeden Fall mal lesen, schon weil es mich thematisch reizt. Ich bin gespannt, wie er es handhabt.

      Viktor Vau habe ich als Vorab-Rezensionsexemplar (ungefragt) von Piper erhalten. Ich mag das Cover und die Idee – aber das war’s auch schon. Nach etwa 60% des buches habe ich es vor 2 wochen im wohnzimmer ins Regal gelegt, für „wenn ich mal mehr Zeit habe“. Allerdings steigt meine Lust, es wieder raus zu nehmen, definitiv nicht. Es packt mich nicht. Überhaupt nicht. Geschichte wie sämtliche handelnde Personen lassen mich kalt. Ob sie überleben oder nicht ist mir in diesem Fall völlig egal. Es ist handwerklich auch nicht so schlecht, dass es für einen Verriss taugt (was ich ja gelegentlich gern schreibe) – mir erscheint es als völliger, blasser Durchschnitt. Denkbar das Schlimmste zum rezensieren.
      Da ich es zum Glück nicht für die Couch rezensieren muss (ist ein „kann“-Exemplar, kein „muss“), wird es wohl noch eine Weile warten müssen.

  2. Ich habe den fahlen Freund ebenfalls gelesen und kann nicht recht glauben, dass man diese Geschichte auch nur annähernd würdig verfilmen kann. Außerdem habe ich ein Bild des (angeblichen) männlichen Hauptdarstellers gesehen und damit war für mich ohnehin klar, dass ich den Film nicht unbedingt sehen muss.

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