Meine erste Fahrt mit einem Krankenwagen

Irgendwie scheint es zur Regel zu werden, dass es mir nach einer Buchmesse erst mal mies geht. Letztes Jahr in Frankfurt hatte ich mir eine Erkältung eingefangen, mein Besuch in Leipzig hat mir nun meine erste Fahrt im Krankenwagen beschert.
Kaum hatte ich den Messe-Blogeintrag geschrieben, ging es mir immer dreckiger, bis ich nicht mal mehr Wasser bei mir behalten konnte. Als dann mein Kreislauf anfing, den Geist aufzugeben, meine Wahrnehmung leicht krisselig wurde und ich nur noch wie ein Häufchen Elend auf dem Badezimmerteppich hocken konnte, musste ich mir eingestehen, dass das von allein wohl auch nicht mehr besser wird.
Also hat René erst einen Notarzt und dann einen Krankenwagen gerufen, was mir wiederum ein paar sehr skurile Momente beschert hat.

Zuerst der Notarzt. Er kam rein, meinte, da könne er nichts machen, und wir bräuchten einen Krankenwagen, und dann hat er erst mal 10 Euro für diese umwerfende Feststellung kassiert. Beim Rausgehen blieb er noch einen Moment stehen und sah mir zu, wie ich über der Schüssel hing. Sein Kommentar: „Das sieht nicht gemütlich aus.“
Ach, echt?
„Können Sie sich nicht hinlegen? Oder kommen Sie da nicht weg?“
Nein, ich finds im Badezimmer voll gemütlich …

Dann der Sani im Krankenwagen: „Da müssen Sie jetzt durch.“
Noch mal: Ach, echt? Wer hätte gedacht, dass sie nicht einfach mit einem Zauberstab wedeln, und alles ist wieder gut?
Im Krankenhaus allerdings wurde ich dann an einen Tropf angeschlossen, was dazu führte, dass mir schlagartig nicht mehr übel war. Das kommt nah genug an die Sache mit dem Zauberstab heran, finde ich.

Und zuletzt war da die Krankenschwester, die drei Versuche gebraucht hat, um eine Vene zu finden.
Sie: „Wie lange geht das schon so?“
Ich: „Ich glaub, das erste Mal gekotzt hab ich noch vor acht.“
Sie mit bester Kindergärtnerinnen-Stimme: „Gebrochen. Sie haben gebrochen. So redet man doch nicht!“
Ich konnte ihr leider nicht so ganz verklickern, wie herzlich egal mir meine Wortwahl in dem Moment war.

Nun bin ich nach einer Nacht in der Notaufnahme wieder zu Hause, futtere Zwieback und freue mich, wieder bei René zu sein, der sich gestern nicht nur um alles gekümmert hat, sondern auch so romatisches Zeug getan hat wie bis spät in die Nacht an meinem Bett zu sitzen.

Außerdem stelle ich fest, dass ich nicht die einzige bin, die Unerfreuliches von der Buchmesse mitgebracht hat.

16 Gedanken zu „Meine erste Fahrt mit einem Krankenwagen

  1. „und dann hat er erst mal 10 Euro für diese umwerfende Feststellung kassiert“

    Werden Notärzte bei euch nicht von den Krankenkassen bezahlt?

    „Das sieht nicht gemütlich aus.“

    Bin seit mehreren Jahren freiwilliger Sanitöter beim Roten Kreuz in Österreich. Hab einmal einen (sehr jungen) Sani-Kollegen gehabt, der eines Tages auf einem Einsatz vor meinen Augen zu einem Patienten sagt: „Das sieht nicht gut aus.“

    ZU EINEM PATIENTEN. Laut. So dass der Patient das natürlich alles hört und sich seinen Teil dazu denkt.

    Seit ich ihm im Anschluss eine Moralpredigt gehalten hab, hat er das nie wieder gemacht.

  2. Ohjeh! Hoffentlich geht’s Dir bald besser.

    Der Notarzt war ja wohl für die Füße. Vielleicht war er Orthopäde? (haha – n Fünfer in die Wortwitzkasse, ich weiß).

    Ich hab mal zu nem Notarzt „gebrochen“ gesagt und er starrte mich an: „Was haben Sie sich gebrochen?“
    Ich daraufhin: „ich meine übergeben“ und er „ach – gekotzt!“ Ich glaube, das war ihm schrecklich peinlich. Er war nur spontan so erleichtert, dass ich nicht auch noch nen Knochenbruch erlitten hatte beim Würgen. 🙂 Ich muss wirklich tot ausgesehen haben an dem Tag.

    Soviel zu medizinischen Fachausdrücken.

  3. Boah, Andrea, da gings mir ja glatt noch gut, als ich mir Freitag Abend während der Buchmessezeit den Fuß gebrochen hab …
    Hoffe, du bist wieder fit und ohne Kotzerei und so.

    • Bin wieder einigermaßen fit, habe mich bisher nur nicht getraut, etwas anderes als Zwieback zu essen. Außerdem scheint Aufstehen keine so gut Idee zu sein, deshalb liege ich mit dem Laptop im Bett. Gibt Schlimmeres 😉

      Wie du es geschafft hast, dir den Fuß zu brechen, würde mich aber mal interessieren. Habe schon was von einer OP gelesen. Ich hoffe, es ist nicht ganz so schlimm, wie das klingt.

  4. Schön das es dir schon besser geht, wünsche eine schnelle vollständige Genesung.

    Man, bin ich froh, dass ich diese Zeiten hinter mir habe;-)

    Liebe Grüße,

    Oliver

  5. Oh, man, Notärzte sind doch mal echte Scherzkekse! *rolleyes*
    Gute Besserung, hoffe es geht Dir schnell wieder gut!

    Liebe Grüße Yvonne

  6. Ich wittere den Lebensmittelskandal! Ich habe auf der Messe von so vielen Fällen allgemeiner Brecherei gehört (nicht direkt im Bekanntenkreis, aber der Erzählende war immer direkt dabei), dass mir das fast nach mehr als einem Zufall klingt. Oder vielleicht war es auch nur die totale Erschöpfung nach zu viel Messe-Stress.

    Wünsche baldige Genesung!
    Bernd

  7. Du Arme!
    Ich wünsche dir gute Besserung! Ich hoffe du bist bald wieder auf dem Posten. Klingt ja übel, was du dir eingefangen hast.
    Man, bin ich froh, dass das an mir vorbei gegangen ist. Aber wir hatten glücklicherweise immer eigenes Essen dabei.

    • Dieser Virus hat leider nur wenig mit eigenem oder fremdem Essen zu tun. Da reicht mal gediegen Händeschütteln. Und das haben wir ja auf der Messe alle oft genug gemacht.

      Laut unserem Hausarzt (meine Frau war vor zwei, drei Wochen auch platt) geht das dieses Jahr besonders um. Und auf der zeitgleich stattfindenden Messe in Frankfurt (Main) hat das Ding die Leute wohl gleich in Horden lahmgelegt. Ich hab von 10-köpfigen Besucherteams gehört, die nach einem einzigen Messetag ausgefallen sind (nett, wenn der komplette Außendienst einer Vertriebsfirma platt ist).

      Insofern: ich hoffe, dir geht’s wieder gut!

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