Leben in einem Science-Fiction-Roman

Ich habe immer öfter das Gefühl, in einem Science Fiction oder Cyberpunk-Roman zu leben. Ich meine, ich könnte theoretisch nicht nur mit meinem Computer ins Internet gehen, sondern auch mit meinem MP3-Player oder der Playstation. Ich besitze ein iPad, das verdächtig so aussieht wie die Datentafeln, auf denen die in Star Trek immer ihre Berichte lesen, und wenn ich die richtige App laden würde, könnte es für mich Sternbilder erkennen.
Außerdem gibt es Kampfdronen, Cyberimplantate lassen wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten, und dann …

Dann schaue ich nichtsahnend Nachrichten, und da kommt ein Bericht über Anonymous, eine Hackergruppe, die nicht nur die Sache mit der Guy-Fawkes-Maske direkt aus V wie Vendetta hat, sondern mich auch immer spontan an Laughing Man erinnert, einen Hacker aus Ghost in the Shell.

Da sag noch mal wer, das reale Leben sei langweilig …

7 Gedanken zu „Leben in einem Science-Fiction-Roman

  1. Du hast ja auch vollkommen recht. Implantate gibt es auch langsam, moderne Prothesen können teilweise fühlen, Information ist das Kapital Nr. 1 und im Internet gibt es die ersten virtuellen von Firmen gebauten Stadtstaaten.

    Ich hab grade erst wieder Snow Crash von Neal Stephenson gelesen. Wir kommen immer näher ran.

  2. Sagt uns das nicht eigentlich nur, dass die SF zur Zeit nicht visionär genug ist? Da haben Leute schon vor 30, 40 oder mehr Jahren über Dinge geschrieben, die damals wirklich noch weit weg waren. Die Realität hat sie bald eingeholt, und wo sind die Visionen von heute? Aber vielleicht nehmen wir die auch nur nicht wahr, weil immer das populärer ist, was näher an der gefühlten Lebenswirklichkeit der Leute ist. „Gefühlt“ deshalb, weil die Polizeiarbeit à la TV ja auch schon realistischer empfunden wird als die echte … Aber das nur nebenbei 😉

    • Na ja … Dystopien sind vllt nicht von ungefähr relativ beliebt im Moment. Der Blick auf die Zukunft ist halt weniger optimistisch geworden.

      • Sollte man das nicht trennen? Auf der einen Seite die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, die schon sehr lange vorweggenommen wurden (und die ich momentan in der SF nicht weiterentwickelt sehe). Auf der anderen Seite gesellschaftliche Entwicklungen, also Utopien oder Dystopien. Wobei die Letzteren durch die Ersteren begründet sein können (Roboter übernehmen die Weltherrschaft, nur noch genetisch optimierte Menschen sind etwas wert, etc.). Da überwogen eigentlich auch schon immer die negativen Zukunftsentwürfe, die warnen wollten. Sind die aktuellen Dystopien auch auf solche Neuerungen bezogen? Oder sind die doch eher unabhängig davon und rein gesellschafts-/sozialkritisch?

        • Ich finde das teilweise schwer zu trennen. Einige Dystopien spielen ja in Welten, die aufgrund technischer Entwicklungen zerstört wurden, auch wenn es ansonsten eher um gesellschaftliche Themen geht. Das heißt, der Autor überlegt sich, wie die technische Entwicklung weitergehen könnte, und dann schaut er, wie die Leute damit umgehen. Wie ordnet man das dann ein?
          Oder auch so was wie „Windup Girl“ von Paolo Bacigalupi, wo es darum geht, wie die Menschen ohne Öl zurechtkommen. Da gibt es viele neue technische Entwicklungen, aber es geht wieder vor allem darum, wie diese die Gesellschaft beeinflussen.

          Ich denke, heutzutage sind Gesellschaft und Technik einfach zu eng verknüpft, als dass man das noch gut trennen könnte.

          • Immer dann, wenn die technische Entwicklung der Grund für die gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklung ist, würde ich es als SF der ersten Kategorie einordnen. Aber bei „1984“ oder „V – wie Vendetta“ sehe ich die Gesellschaft ziemlich unabhängig von der jeweiligen Technik.

            Meine Ausgangshypothese war aber doch, dass im Moment keiner wirklich visionäre Technik prophezeit, sondern nur Sachen, an denen schon konkret geforscht wird. Ich müsste also „Windup Girl“ mal lesen, um zu überprüfen, ob dort wirklich visionäre Technik zum Einsatz kommt oder doch nur Sachen, die wir heute im Ansatz schon haben. Danke für den Tipp!

            Okay, Raumschiffe, die schneller als das Licht fliegen, haben wir noch nicht. Da bleibt jeder SF-Roman „visionär“, obwohl die Vision selbst schon einen ziemlichen Bart hat 😉

            • Meine Ausgangshypothese war aber doch, dass im Moment keiner wirklich visionäre Technik prophezeit, sondern nur Sachen, an denen schon konkret geforscht wird.

              Äh, ja … ich bin ein bisschen vom Thema abgekommen. Aber das meinte ich auch mit dem weniger optimistischen Blick in die Zukunft. Wenn man an zukünftige technische Entwicklungen denkt, dann denkt man heutzutage vllt eher daran, dass es einen technischen Rückschritt geben könnte im Sinne von „Wir bombe uns in die Steinzeit zurück“, worauf dann wieder viele Dystopien aufbauen (oder was halt unter der Bezeichnung verkauft wird).

              Ein weiterer Punkt wäre, dass man früher ja sehr viel fortschrittsbegeisterter war als heute. Inzwischen haben wir immer noch keine Kolonien auf dem Mond oder dem Mars und schon gar nicht irgendwelche neue Welten entdeckt. Raumfahrtprogramme werden eher eingestellt als weiterentwickelt und fliegende Autos gibt es auch noch nicht, geschweige denn Zeitmaschienen. Da ist man schon mal ein bisschen desillusioniert und hält sich vielleicht eher an das, was im Bereich des möglichen zu sein scheint.

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