Buchcover-Linser

Passiert eigentlich nur mir das, oder kommt das häufiger vor? Auf Bahnhöfen scheint sich ab und zu eine etwas eigene Spezies herumzutreiben: Die Buchcover-Linser.
Das sind Leute, die gerne wissen möchten, was man da liest. Aber anstatt zu fragen oder zumindest unauffällig zu schauen, stellen sie sich direkt vor einen und verrenken sich den Hals, um einen Blick auf das Cover und/oder den Titel zu erhaschen. Als ahnungsloser Lesender hat man dann irgendwann ein tief hängendes Gesicht im peripheren Sichtfeld, was mich meistens weit genug irritiert, dass ich aufschaue.
Dann, aber auch wirklich erst dann, kommt die Frage: „Was lesen Sie da?“
Das Seltsame ist, sobald der Buchcover-Linser eine recht allgemeine Antwort erhalten hat, verpufft sein brennendes Interesse beinahe schlagartig. Gestern Abend ging es zum Beispiel so:
„Das ist ein Fantasy-Roman.“
– „Ach ja, das sieht man.“

Und das war’s … Keine weiteren Fragen zum Buch.

Und der Grund, wieso ich gestern Abend Zug gefahren bin? Es war der vorletzte Kursabend des Schreibkurses von Christian Humberg und mir. Inzwischen haben auch einige Leute schon ihre Geschichten abgegeben, die sie schreiben sollten. Und soweit ich das überblicke, sind die größtenteils richtig gut geworden.

4 Gedanken zu „Buchcover-Linser

  1. Ich bin sogar mal richtig blöd angemacht worden, weil auf meinem Buchcover zwei sexy Beine in Strapsen und ne Knarre zu sehen waren – war halt ein Krimi. Der Titel war auf französisch und der eklige Buchcover-Linser hat versucht, mich auf englisch anzumachen *schüttel*

    Das gibt’s irgendwie nur auf Bahnhöfen.

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