Serien – Lektorensegen

Man kann über Buchserien, Trilogien und sonstige Dinge sagen, was man will. Ich weiß, dass es einige Leute gibt, die darüber schimpfen. War diese Trilogie wirklich nötig, hätte man das nicht kürzer schreiben können? Und wird der Autor dieser langen Reihe sein Werk überhaupt noch beenden können, bevor er stirbt?
Aber für Lektoren, vor allem für Leute wie mich, die es gerade erst schaffen, einen Fuß in die Türen großer Verlage zu bekommen, ist alles, was mehr als einen Teil hat, ein Segen. Wenn man nämlich nicht absolut großen Mist baut, ist der Folgeauftrag nach Band 1 automatisch Band 2. Man muss sich keinen Arm und ein Bein ausreißen, damit sie einen nicht vergessen und einem auf jeden Fall wieder irgendwas geben. Man ist mehr oder weniger die logische Wahl.
Und es sieht so aus, als würden nächstes Jahr schon zwei zweite Bände auf mich warten.
Und ein dritter.

3 Gedanken zu „Serien – Lektorensegen

  1. Ha, endlich mal ein positive Aussage zu Trilogien, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel. 😉
    Wenn ein Buch wirklich gut ist, bin ich immer glücklich, wenn noch ein oder zwei weitere Bände in Planung sind. Dann freu ich mich drauf.
    Sogar Reihen akzeptiere ich noch, wenn ein Ende geplant ist.
    Allerdings so ausufernde Werke wie Wheel of Time oder Song of Ice and Fire, also, da finde ich es fragwürdig, wie die Autoren den Stoff immer weiter und weiter auswalzen.
    Wheel of Time hab ich aufgegeben. A Dance With Dragons lese ich momentan. Bei Patrick Rothfuss habe ich echt Bedenken, wie er das in nur einem weiteren Band alles zu einem vernünftigen Ende führen will.

    Aber mal eine andere Frage, wie ist es denn für dich, wenn du einen Roman lektorieren musst, kannst du den auch noch so aus Lesersicht genießen, oder wenn es etwas ist, was dir überhaupt nicht gefällt, wie gehst du damit um?
    Seitdem ich selber schreibe, gibt es Sachen, die kann ich einfach nicht mehr lesen, weil ich meinen inneren Zensor nicht so leicht ausschalten kann. Mein Blickwinkel hat sich dadurch geändert. Dinge, die ich früher einfach überlesen hätte, fallen mir jetzt einfach auf.

    • Ich hoffe, Patrick Rothfuss schafft ein ordentliches Ende mit dem nächsten Band. Wenn daraus vier Bände werden, kriege ich die Krise …
      Ich mag trilogien auch ganz gern. Was ich nicht mag, ist, wenn Autoren das als Ausrede verwenden, um mehr Blah zu schreiben und weniger Handlung.

      Beim Lektorieren kann man natürlich nichts einfach überlesen. Aber wenn ich etwas lektorieren, das ich gut finde, kann ich es trotzdem noch genießen. Dann macht die Arbeit einfach unglaublich viel Spaß und ich muss aufpassen, dass ich rechtzeitig Feierabend mache.

      Wenn ich etwas lektorieren, das mir überhaupt nicht gefällt, steigt einfach das Bedürfnis, bissige Kommentare an den Rand zu schreiben, und die Arbeit wird mühsamer und macht weniger Spaß. Aber sonst gibt es keinen Unterschied.

      Was den Blickwinkel angeht, geht es mir wie dir. Aber ich denke, der Unterschied zu früher ist nicht so groß. Wenn früher etwas schlecht war, das man gelesen hat, konnte man halt nur nicht genau sagen, warum das so war.

      • Geht mir beim Lektorieren auch so. Wenn mir etwas richtig gut gefällt, dann gibt es mir auch dieses schöne Gefühl, dass ich dazu beitragen kann, es noch besser zu machen, damit . Das kriegt man dann auch als Rückmeldung von den Autoren/Übersetzern, die freuen sich meist ehrlich über die Hilfe, als die ich es ja meine. Und wenn es mir nicht gefällt (im Sinne von „nicht mein Geschmack ist“ – wenn der Text einfach nicht gut geschrieben ist, liegt es ja an mir, da Abhilfe zu leisten), dann versuche ich erst recht, es zumindest so gut wie möglich zu machen.
        Den inneren Lektor hatte ich schon immer – der ist es ja, der mich in den Lektorenberuf trieb und treibt. Der ist halt nur inzwischen ein wenig geübter, aber an dem grundsätzlichen Erschauern bei falscher Grammatik und grausigem Stil hat sich nichts geändert.

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