In Time

Wir waren trotz Justin Timberlake in „In Time“, und ich muss sagen, das hat sich durchaus gelohnt. Außerdem hat Timberlake immerhin mehr als einen Gesichtsausdruck, im Gegensatz zu gewissen anderen Schauspielern …

Aber kommen wir zum Film. Die Grundidee ist einfach nur genial, und es ist den Machern ziemlich gut gelungen, eine Gesellschaft darzustellen, in der Zeit eine Währung ist und niemand äußerlich je älter als 25 wird. Es wird gezeigt, wie viele einen Tag schuften, um einen weiteren Tag zu leben, und nur einige wenige sorglos ewig leben können.
Das ist der Grund, warum ich diesen Film sehen wollte, und das war es auch wert. Unglaublich supergenial wäre es außerdem geworden, wenn sich dann der Hollywood-Effekt nicht eingeschaltet hätte. Irgendwann in der Entstehung des Films muss folgendes Gespräch stattgefunden haben.

Drehbuchschreiber: „Ok, wir haben diese coole Ausgangsposition und den ersten Lösungsansatz der Charaktere. Was machen wir jetzt am Ende, wenn sie merken, dass ihr erster Ansatz nicht funktioniert?“
Regisseur: „Na, was wohl? Sie machen dasselbe im größeren Stil, außerdem gibt es mehr Verfolgungsjagden und Schießereien.“
Drehbuchschreiber: „Äh … aber das ergibt nicht wirklich Sinn.“
Regisseur: „Oh, stimmt … Na ja, machen wir den Rock der weiblichen Hauptperson noch ein bisschen kürzer, dann merkt das keiner.“

Außerdem hätte ich da noch eine Frage:
Liebe Leute in Hollywood, ist es so schwer, eine Frau mal mehr machen zu lassen als danebenstehen und bewundernd gucken, wenn der Protagonist gerade den Tag rettet, indem er ohne Waffen vier bewaffnete Typen umbringt?
Ich wäre schon glücklich gewesen, wenn sie einem der vier Leute gegens Schienbein getreten hätte, oder so …

Wobei man ihr lassen muss, dass sie zwischendurch auch ein paar sinnvolle Dinge tut.

4 Gedanken zu „In Time

  1. „Liebe Leute in Hollywood, ist es so schwer, eine Frau mal mehr machen zu lassen als danebenstehen und bewundernd gucken, wenn der Protagonist gerade den Tag rettet, indem er ohne Waffen vier bewaffnete Typen umbringt?“

    Aber doch nicht, wenn sie einen Mann dabei hat. Der hätte sonst doch gar nichts mehr zu tun 😉
    Nur Frauen, die allein unterwegs sind, dürfen sich prügeln. Siehe „Tomb Raider“, „Electra“, etc. Nein, das stimmt natürlich nicht ganz. Es gibt ja auch River in der „Firefly“ oder Buffy. Hängt also wohl eher vom Regisseur oder Drehbuchautor ab, welches Frauenbild die haben.

    Ich muss sagen, dass ich es realistisch finde, wenn nicht JEDE Frau in jedem Film bei Kampfszenen mitmischt, denn im realen Leben dürften etliche dafür auch völlig ungeeignet sein. Allerdings würden auch die meisten Männer in solchen Situationen gnadenlos untergehen. Das will aber keiner sehen, weil’s dann kein Happy End gibt 😉

    • Klar ist nicht jeder großes Heldenmaterial. Was mich aber am meisten stört, ist, wenn es eigentlich zum Charakter passen würde, dass sie was tut, aber sie tut nichts, damit der Typ besser dasteht.

      Das ist wie diese Verwandlung von Pepper Pots. In Iron Man 1 ist sie selbstständig, intelligent und behält auch bei Gefahr einen kühlen Kopf. Und in Iron Man 2 ist sie größtenteils mit Kreischen beschäftigt.

      • Da kann man natürlich allerlei Verschwörungstheorien spinnen 🙂
        Zum Beispiel, dass erzkonservative Kreise aus dem bible belt Einfluss auf die Fortsetzung genommen haben.
        Oder das festgestellt wurde, dass Teil 1 in Macho-Ländern nicht so gut gelaufen ist, und man deshalb im 2. Teil dieser Klientel entgegenkommen wollte.
        Aber ganz im Ernst: Hollywood steht für Klischees. Am besten Klischees, die auf der ganzen Welt funktionieren, damit man maximalen Erfolg hat. Und ganz frei von Einflussnahme-Ambitionen auf die Zuschauer war es auch noch nie. Möglicherweise hat da jemand in der Entscheiderriege gewechselt und sein Weltbild durchdrücken wollen.
        Wir können daran nur etwas ändern, in dem wir solche Filme schlecht bewerten und boykottieren und dafür bessere Filme unterstützen.

        Viel spannender ist doch die Frage, wie wir die Frauen in unseren Romanen gestalten 🙂

  2. Ich würde ja sagen, entgegen von Beispielen wie Lara Croft, Princess Leia und anderen Modellen der Frau, die nicht bloss dasteht, haben sich die Filmemacher folgendes überlegt:

    Wir haben hier diese kliene niedliche Frau, was lassen wir sie machen?
    Sie tritt ihrem Vater in den Arsch!
    Aber dann hat Justin nichts mehr zu tun.
    Mh, stimmt. Sie rettet ihm aber zumindst mal eher zufällig das Leben?
    Das könnte funktionieren. Aber danach muß er ihr beibringen, wie das richtig geht.
    Ok, damit haben wir ungefähr eine Minute des Filmes durch. Was dann?
    Lassen wir sie erst ein wenig rumbitchen, wie doof Justin doch ist und sich dann in ihn verknallen, um eine unmotivierte Sexszene einzuleiten.
    Wir wollen aber kein R-Rating.
    Na gut, sie bleibt in Unterwäsche.
    Gut, das wären dann ungefähr 5 Minuten des Filmes. Das reicht noch nicht.
    Ansonsten soll sie nur niedlich aussehen und ganz unäuffällig machen wir ihren Rock kürzer, während sie auf Pumps vor allem wegrennt, was gemein sein könnte.
    Auf Pumps?
    Im kurzen Kleidchen!
    BLOCKBUSTER!!!

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