Epische Latscherei

Klassische Fantasyromane enthalten viel epische Latscherei durch beeindruckende und feindliche Landschaften, das wissen wir alle.
Ich muss sagen, dass mir dieses ganze Wandern inzwischen ein bisschen zum Hals raushängt und ich froh bin, wenn der Weg von A nach B einfach übersprungen wird, wie es beispielsweise in „Best Served Cold“ von Joe Abercrombie der Fall ist.
Klar, teilweise ist auch der Weg das Ziel, und die Latscherei ist für den Plot einfach unabdingbar. Und dass viel herumgelaufen und im Freien übernachtet wird, macht einen Roman auch auf keinen Fall automatisch schlecht. Manchmal wünschte ich nur, es hätten in dieser Hinsicht nicht so viele Fantasyautoren dieselbe Checkliste, die von Hasen zum Abendessen, die zusammen mit Lagerfeuergeschichten serviert werden, über Angriffe durch Räuber und/oder Wildtiere bis hin zu mindestens einmal vorkommenden Wetterwiedrigkeiten reicht. Ebenfalls nicht fehlen darf eine Station, in der irgendein besonderes Landschafts- oder Naturwunder bestaunt wird.

Bei mir löst das inzwischen eine automatische Reaktion aus. Ich nehme unbewusst eine „Zähne zusammenbeißen und durch“-Haltung ein, sobald ich zum zweiten Mal auf einen Punkt der Checkliste stoße. Dann lese ich weniger aufmerksam, bis die Latscherei von irgendetwas unterbrochen wird, das nicht ins Schema passt oder mir den Eindruck vermittelt, dass es nun wieder um handlungsrelevante Dinge geht.
Das tut mir teilweise ein bisschen leid, denn es liegt ja nicht an den Romanen. Viele dieser Romane sind besser geschrieben als die, in denen ich zum ersten Mal auf die Latscherei-Thematik gestoßen bin und sie noch spannend fand. Aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die zigtausendmal dasselbe lesen und es noch interessant finden können.

Und ich frage mich, ob es wirklich nur eine Sorte von Latscherei geben kann. Schreiben alle Autoren die Sache mit den Lagerfeuergeschichten, den Wetterwiedrigkeiten und den Wildtieren, weil das die einzige Möglichkeit ist? Oder gibt es nicht auch irgendeine andere Art, eine Reise zu gestalten, während der reiserelevante Dinge passieren, die noch nicht so oft beschrieben wurden?

13 Gedanken zu „Epische Latscherei

  1. Ich hab in meinem Buch das gleiche Problem. Aber womit füllt man eine Reise? Man kann ja nicht alle Reisen wegschneiden, dann hüpft man nur von einem Ort zum Anderen und das finde ich wiederum mehr als nervig. Ich hab schon Bücher wieder aus der Hand gelegt, weil in 25 Seiten von Schottland über England nach Frankreich bishin nach Spanien und von da mit dem Schiff nach Jerusalem gereist wurde. Die Charactere sind am Ziel angekommen, ich hab irgendwie nie das Reisegefühl gehabt und bin in England stecken geblieben.

    Das Wahrscheinlichste, dass noch mal passieren kann, ist ein Raubüberfall, ein Sturm, oder zur Not auch der Angriff eines hungernden Wolfrudels.Eine Reise aber nur mit Essen, Reiten, einem verlorenen Hufeisen und dem Knistern des Feuers zu füllen ist langweilig, aber mehr passiert auf einer (normalen) Reise nicht. Wer daraus ein paar spannende Seiten zaubern kann, ist wirklich ein Zauberer.

    • Ich finde dieses Wegschneiden sehr angenehm, wenn die Reise nicht handlungsrelevant ist. Aber ich finde auch, dass es nichts scheußlicheres gibt, als Zeug, das in einem Roman einfach passiert, damit was passiert, ohne dass es irgendwas zur Handlung beiträgt.
      Joe Abercrombie macht es aber auch teilweise so, dass er ganz kurz beschreibt, wie die Leute durch die Gegen reiten, und dabei irgendein Gespräch stattfinden lässt, das für die Charakterentwicklung wichtig ist.

      • Kommt es nicht auch ein bisschen darauf an, wer die Reise macht und warum? Wenn der Prota zum Beispiel nie zuvor aus seinem Dorf herausgekommen ist, käme es mir seltsam vor, wenn er nun eine weite Reise macht und ich nichts davon erfahre, was er dabei erlebt hat. Das ist für ihn ja eine große, neue Sache, die viele Eindrücke mitbringt. Und seine Reaktionen darauf sagen etwas über seinen Charakter und seine Fähigkeiten.

        Ein anderer Aspekt ist, dass so eine Reise eine neu zusammengewürfelte Gruppe zusammenschweißt. Man lernt sich kennen, die Konstellation der Figuren untereinander bildet sich heraus. Für den Autor gibt es Gelegenheit zu zeigen, warum x nicht so gut mit y kann, wie sich x und z näherkommen und dass y ein Geheimnis hat. Nur so als Beispiel.

        Und ob man Reisefeeling möchte oder nicht, ist wohl auch Geschmackssache. Wenn es gut gemacht ist (also atmosphärisch dicht, stark aus der Perspektive der Figur und lebendig erzählt, anstatt seitenlang beschrieben), dann muss es nicht langweilig sein, und der Leser fühlt sich mitgenommen. Ich finde IngeMcMax‘ Beispiel sehr gut: Erst hat mich der Autor in ein England-Feeling eintauchen lassen, das nun für mich zur Geschichte gehört. Dann bin ich plötzlich in Jerusalem, sehe vor meinem inneren Auge aber immer noch den englischen Regen und Nebel, weil ich nicht auf den Ortswechsel eingestimmt wurde. Man wird aus der Geschichte gerissen, weil sich die Atmosphäre zu abrupt verändert hat.
        Irgendwie ist das auch eine Frage des Tempos. Will ich das gehetzte Tempo unserer Zeit mit ins Buch nehmen? Oder will ich mal abschalten von der ewigen Action und mich auf eine (zumindest gefühlt) authentischere Geschwindigkeit einlassen, die das Leben und Reisen in früheren Zeiten mit sich brachte? Das soll keine Bewertung sein. Beides ist okay. Aber es spricht eben unterschiedliche Leser an.

        • Kommt es nicht auch ein bisschen darauf an, wer die Reise macht und warum? Wenn der Prota zum Beispiel nie zuvor aus seinem Dorf herausgekommen ist, käme es mir seltsam vor, wenn er nun eine weite Reise macht und ich nichts davon erfahre, was er dabei erlebt hat. Das ist für ihn ja eine große, neue Sache, die viele Eindrücke mitbringt. Und seine Reaktionen darauf sagen etwas über seinen Charakter und seine Fähigkeiten.

          Das Problem ist, dass jeder zweite Fantasy-Protagonist vorher noch nie aus seinem Dorf gekommen ist und ich schon so oft gelesen habe, wie ahnungslose junge Kerle vom Lande durch die Wunder eine großen Welt stolpern, geleitet von irgendeinem weisen Mentor. Das ist ein-, zwei-, dreimal nett, und dann weiß ich, wie es funktioniert. Vor allem weil diese Protagonisten oft das am wenigsten Interessante am Roman sind, immerhin müssen sich möglichst viele Leser mit ihnen identifizieren können, weshalb sie kaum Ecken und Kanten haben dürfen. Deshalb erfahre ich eben nicht sonderlich viel über den Charakter, abgesehen davon, dass er ahnungslos und vom Land ist und so viele viele Dinge noch nie gesehen hat, so dass er mit mir, dem Leser, die Welt kennenlernen kann. Dabei habe ich dann teilweise sogar das Gefühl, dem Protagonisten gegenüber einen Wissensvorsprung zu haben, weil ich im Gegensatz zu ihm inzwischen beinahe jedes einzelne Fantasy-Klischee persönlich kenne und vermuten kann, was als Nächstes passiert.
          Deshalb sage ich aber auch, dass es nicht an den Romanen liegt. Es liegt daran, dass ich schon zu viel in der Richtung gelesen habe. Aber darum frage ich ja, ob es nicht noch irgendwelche Alternativen gibt. Vorzugsweise natürlich welche, bei denen man weniger erfahrene Leser nicht abhängt.

          Ein anderer Aspekt ist, dass so eine Reise eine neu zusammengewürfelte Gruppe zusammenschweißt. Man lernt sich kennen, die Konstellation der Figuren untereinander bildet sich heraus. Für den Autor gibt es Gelegenheit zu zeigen, warum x nicht so gut mit y kann, wie sich x und z näherkommen und dass y ein Geheimnis hat. Nur so als Beispiel.

          Das sind auf jeden Fall interessante Themen, die man beschreiben kann. Dann liegt der Schwerpunkt auch einfach nicht mehr auf dem Reisen und der Frage, woher das Abendessen kommt oder ob gleich Räuber angreifen werden, sondern auf den Charakteren. Wenn die Charaktere interessant sind, bin ich auf jeden Fall auch mit voller Aufmerksamkeit dabei.

          Und natürlich ist es Geschmackssache. Es gibt sicher auch Leute, die gerne immer wieder dieselben Reisebeschreibungen lesen, weil das für sie einfach dazugehört.

      • Ich denke es kommt stark darauf, wie lang die Reise ist. Wenn ich von Reading nach London reite kann ich das ganze sicherlich in ein sehr gutes Gespräch verwickeln, in dem ich eine politische Situation erkläre oder einfach nur die Charactere etwas besser darstelle. Eine Reise von Schottland nach Amerika lässt sich nicht mit nur einen Gespräch beschreiben. Ich mache inzwischen einen Mix. Einige Reisen beschreibe ich und nutze die Gelegenheit zwei Character vorzustellen und sich miteinander bekannt zu machen, bei anderen mach ich einen Kapitelsprung. Auf der letzten Seite in Kapitel X brechen sie auf, auf der ersten Seite in Kapitel y sind sie da. Bei mir reisen meine Character von Arabien bis nach England, da gibt es viel Wasser zu überqueren, Wüste zu durchwandern und und und. Da ist es unwahrscheinlich, dass sie nicht wenigsten einmal in schlecht Wetter kommen und überfallen werden, also warum dann nicht auch erwähnen. Ich nehme an die richtige Mischung aus Gefahr und Gespräch ist es, die den Character am besten darstellt und aus Fremden wirklich Freunde machen kann. Aber wahrscheinlich ist das einfach Geschmackssache.

  2. Oh, eine verdammt gute Frage, bzw. ein guter Einwand!

    In einem meiner Projekte (Crossover aus Endzeit, Fantasy und Fiction) ist die Reise der Pilger die eigentliche Geschichte. Obwohl man statt von einer Reise vielleicht eher von einer Flucht sprechen könnte.
    Ich habe zu diesem Thema bisher kaum etwas in den bekannten Foren gelesen und würde mich hier sehr über eine Diskussion freuen, denn die verschiedenen Herangehensweisen / Lesevorlieben sind sehr interessant!

    Wie gehe ich bisher an diesen wunden Punkt?
    Zuerst einmal beschreibe ich recht ausführlich die Ausgangslage der beiden Protagruppen, die zueinanderfinden und durch die Umstände zusammengeschweißt werden.
    Danach beginnt die Reise durch ein apokalyptisches Deutschland, bei der sie von den beiden Antagonisten verfolgt werden. Danach folgt das, was Andrea so treffend als epische Latscherei bezeichnet.
    Immer wieder unterbrochen von Widrigkeiten wie Überfällen, Begegnungen, Krankheiten, Spannungen in der Gruppe und die eine oder andere liebgewonnene Figur wird unterwegs auch sterben.
    Erst nach etlichen Irrungen und Wirrungen sollen die Pilger an ihr Ziel gelangen, dass dann doch etwas anders aussieht, als sie es sich gedacht hatten.

    Soweit die Planung.
    Doch wie umsetzen, dass es der Leser auch spannend findet?
    Oder sitze ich mit meinem „Unbehagen“ einem Irrtum auf, da die Reise ja nicht nur handlungsrelevant ist, sondern ein wichtiger Teil der Handlung?

    Ich würde mich sehr über Antworten und / oder eine Diskussion freuen, sofern es Andrea nicht zuviel Arbeit macht (Freischalten von Beiträgen?)

    Liebe (und unsichere) Grüße
    Dirk

  3. Sehr schön beschrieben, ich kann deine Reaktion sehr gut verstehen. Teilweise geht es mir auch so. Aber wenn die ‚Latscherei‘ gut geschrieben ist, und mich teilnehmen lässt am Lagerfeuer und Waldfeeling, dann kann ich damit gut leben. Solange das nicht ausufert zu einer endlosen Wanderung, die keinen Sinn erkennen lässt außer um schöne Landschaftsbeschreibungen einzufügen.
    Was bei mir eher dieses Zähne zusammenbeißen und durch- Reaktion auslöst, sind nervige Personen, Orts- und Kleidungsbeschreibungen, nach denen man jeden Knopf und jeden Ziegelstein und jede Haarsträhne zu kennen glaubt. Besonders beliebt in epischen Schinken mit unzähligen Teilen, wie zum Beispiel im Rad der Zeit von Jordan. Aber nicht nur, wie ich bei meinem derzeitigen Rezi-Exemplar von C. Marzi feststellen musste. Da wurde jede Figur, egal wie wichtig, mit Haarfarbe, Augenfarbe, Statur und Klamotten beschrieben. Da hätte ich manchmal am liebsten in den Teppich gebissen, weil es mich nervt.
    Aber seitenlange Schlachtenbeschreibungen lese ich inzwischen auch nur noch quer, weil sie für mich uninteressant sind.
    Doch was jemand gefällt, was jemand spannend findet, ist so unterschiedlich. Bücher, die ich an die Wand geworfen habe, weil sie für mich unhaltbare Dinge enthielten, werden von Freunden geschätzt und geliebt.
    So, und nun muss ich erst mal die anderen Kommentare lesen. Denn das angestoßene Thema finde ich spannend.

    • Bei Marzi ist mir das mit den ausufernden Beschreibungen bisher gar nicht so aufgefallen. Aber ich habe nur zwei seiner älteren Romane gelesen. Vielleicht war es da noch nicht so. Ansonsten muss ich dir zustimmen, solche ewig langen Beschreibungen finde ich auch immer nervig. Mich hat das früher bei Hohlbein immer gestört. Der kann über eine Seite einen Raum beschreiben und danach einen Satz bringen wie: „Aber das alles nahm er nur am Rande wahr, denn in der Mitte des Raums saß ein Monster.“

  4. So, nun hab ich die anderen Kommentare auch gelesen.
    Klassische Questen sind im Grunde ja nichts anderes als epische Latscherei, mit unterschiedlichen Mitteln.
    Das Interessante daran ist dann aber die Entwicklung des Protas. Das spannend zu gestalten ist nicht einfach.

    Dirk, zu deiner Frage: Für mich sind immer die Menschen und deren Beziehungen zueinander am wichtigsten. Wenn da keine interessante Problematik aufgebaut wird, dann kommt bei mir schnell Langeweile auf, da können dann noch so schöne Landschaftsbeschreibungen aufgefahren werden. Ich will mitleiden, mitfühlen und mitbangen mit den Charakteren. Die menschliche Natur bietet doch genügend Ansatzpunkte, um spannende, vielschichtige Persönlichkeiten in bewegende Konflikte zu stürzen.

  5. Hallo Anja.

    Danke dir *freu*
    Genau das war es auch, was ich eigentlich in den Fokus der Geschichte(n) dieses Projekts rücken will. Die Gruppe Überlebender und ihre Probleme (auch untereinander) Wer sich da bei mir bisher zusammengefunden hat, kann unterschiedlicher nicht sein, da ist also schon intern nicht alles so 100%. Dazu eben die beiden Antagonisten, das Setting selber … sollte die Umgebung (postapokalyptisches Deutschland) dann eher wie eine Figur geführt werden?
    Also statt Sightsseing (links sehen sie die verkohlten Überreste des Kölner Döms, rechts eine Horde Untoter in Polizeiuniformen … bitte beachten Sie das Fütterverbot und strecken Sie ihre Hände nicht aus dem Fenster) eher so, dass auch die Welt die Figuren vor ganz eigene Herausforderungen stellt?
    Würde das, zusammen mit kleinen Einsprengeseln wie es am Handlungsort ganz allgemein aussieht, als Beschreibung reichen, um Bilder in den Köpfen der Leser zu erzeugen, ohne zu langeweilen?

    Solche Klopper, wie Andrea sie da beschreibt … *wieherndes Gelächter* … sind zum Glück nicht mein Ding. Trotzdem bemerke ich bei mir selber den Hang, die Dinge oft zu bunt und eben auch episch zu beschreiben, daher diese Frage *g*

    Vielen lieben Dank und lieben Gruß

    Dirk 🙂

    • Ich bin jetzt zwar nicht Anja, aber generell ist es immer besser, wenn du Dinge über wichtige, spannende Handlung beschreiben kannst, anstatt Sightseeing zu machen.

  6. Hallo Andrea *wink*

    Ah, okay.
    Also hatte ich da doch den richtigen Instinkt.
    Ich glaube, du weißt um welches Projekt es geht, und welche Probleme bzw. Fallen da lauern können, wenn man das auf dem Weg umsetzen möchte, den ich mir da vorgenommen habe.
    Da ich selber ein großer Fantasyfan bin und diese endlosen Wanderungen auch zur Genüge kenne, sah ich da sehr schnell die Gefahr auch in diese Gangart zu verfallen, als du das hier erwähntest.

    Also bist auch du der Meinung, lieber die veränderte Umwelt wie eine Figur für oder gegen die Protas „handeln“ zu lassen, und dadurch die Welt zum Leben zu erwecken.
    Das ist ein sehr wichtiger Hinweis, für den ich sehr dankbar bin, da ich hier echt unsicher war! Leider habe ich an anderen Stellen (auch im RL) dazu meist nur ausweichende Antworten bekommen.

    Ich hoffe, du bist mir nicht böse dass ich deinen Blog kurzfristig zu eiem Forum oder einer „Beratungsstelle für Autoren mit Umsetzungsproblemen“ gemacht habe? *verlegen grins*

    Lieben Gruß, und falls wir uns vorher nicht mehr lesen sollten …
    dir und allen Mitlesenden einen guten Rutsch, und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr 🙂

    Dirk .-)

  7. Mmmhhh? Sollte ich mir Sorgen machen?
    Die Latscherei ist halt ein „Fantasy-Staple“, viele Leser erwarten solche Reisekomponenten und den Großteil der Zeit passiert eben nix, manche Autoren beschreiben dann eben auch mal das Nix (also die Landschaft), andere fokussieren unterschiedlich stark auf die Action. Der Fokus dabei varriiert natürlich angefangen bei ausgedehnten Beschreibungen wie unbequem so ein Sattel sein kann über die recht starke Verknappung Abercrombies.
    Bezüglich „unwissende Dorfbewohner“: Wieder so ein Staple – Teil der Heldenreise ist es ja, dass der angehende Held aus seiner vertrauten und daher eher unspannenden Umgebung herausgerissen wird und die große, weite Welt kennenlernt, nur dadurch bekommt man ja den „Sense of Wonder“ hin, den die Leser eben erwarten. Helden, die schon alles gesehen haben, wundern sich nicht mehr und sind daher dem Leser aufgrund der unterschiedlichen Wissensvergabe kaum zu vermitteln.
    Prinzipiell ist der Trick bei der Genre-Literatur eben nicht, das man das Genre neu erfindet, damit kann nämlich der Großteil der Leser gar nichts anfangen (mal ganz zu schweigen davon, dass es dann keine Genre-Literatur mehr ist), sondern das interessante Aufarbeiten und die Neuinterpretation der Staples, Standards und Konventionen.
    Beste Grüße, Ole

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