Chronicle

Ich habe „Chronicle“ gesehen! Der Film ist wirklich so gut, wie der Trailer es versprochen hat. Allein den Ansatz finde ich genial: Drei Jungs bekommen plötzlich Superkräfte und machen damit erst mal eine ganze Menge Blödsinn. Wie beispielsweise Mädchen die Röcke lüpfen. Oder zwischen den Wolken Football spielen.
Aber der Film hat auch eine recht ernste Komponente. Einer der drei ist nämlich ein ziemlicher Außenseiter, hat Schwierigkeiten zu Hause …
Da es der Trailer verrät, verrate ich es auch: Man kann auch dann noch mit ihm mitfühlen, wenn er anfängt, Polizeiautos durch die Gegend zu schubsen und Hubschrauber abstürzen zu lassen. Und zwar nicht einfach auf die „Ich verstehe, warum er tut, was er tut, auch wenn ich seine Methoden nicht gut finde“-Art, wie man das bei Magneto z.B. hat. Sondern auf die Art, dass man sich die ganze Zeit wünscht, dass für ihn irgendwie doch noch alles gut wird.

Auch eine interessante Sache in dem Film: Es werden nur Kameras verwendet, die tatsächlich auch da sind, also deren Existenz die Charaktere auch wahrnehmen. Zum einen haben die drei immer eine Kamera dabei, zum anderen gibt es Überwachungskameras, Polizeikameras usw.
Und obwohl ich es normal ganz scheußlich finde, wenn die Kamera wackelt, funktioniert das erstaunlich gut. Was sicher auch mit daran liegt, dass der Protagonist der Geschichte schnell lernt, wie er seine Kamera mit Telekinese um sich rumfliegen lassen kann, so dass sie in vielen Szenen recht ruhig hängt und hübsche Schwenks machen kann und solche Dinge.
Und dazu gibt es auch noch einen Grund, warum er das Ding überallhin mitschleppt.

Im Kino lief übrigens auch wieder ein Trailer zu „Snow White and the Huntsman“ …

Dazu führen René und ich inzwischen regelmäßig Diskussionen. Die gehen ungefähr so:
Ich: „Der sieht sooo cool aus.“
René: „Ja, aber er hat eine schauspielernde Gipswand in der Hauptrolle.“
Ich: „Wir haben auch Ghost Rider geschaut, und Nick Cage hat auch nur einen Gesichtsausdruck.“
René: „Den sieht man aber nur den halben Film über, ansonsten läuft er mit einem brennenden Totenschädel auf den Schultern rum.“
Ich: „Ja … schon … aber …“
René: „Gipswand!“
Ich: „Okay, okay … du hast ja recht.“

9 Gedanken zu „Chronicle

  1. „Und zwar nicht einfach auf die „Ich verstehe, warum er tut, was er tut, auch wenn ich seine Methoden nicht gut finde“-Art, wie man das bei Magneto z.B. hat. Sondern auf die Art, dass man sich die ganze Zeit wünscht, dass für ihn irgendwie doch noch alles gut wird.“

    Dasselbe Erlebnis hatte ich vor ein paar Tagen bei „Cirque du Freak“ und fand es ziemlich erfrischend (und gut gemacht!) — und hab bis zum Schluss für die Figur gehofft. Als ich mich vorhin mit meinem Bruder darüber unterhalten habe, hab ich sogar noch „X-Men: First Class“ als enttäuschendes Gegenbeispiel eingebracht, weil es mich da unendlich nervt, dass Erik am Anfang mit seiner Vorgeschichte als „potentiell böse“ etabliert wird und diese Motivation für den Rest des Filmes reichen muss, denn wirklich mehr kommt danach diesbezüglich ja nicht mehr. Den Zuschauer zum Mitfühlen statt bloßem Verstehen zu bringen, darin hat der FIlm für mich eindeutig versagt, und zwar bei allen Figuren mit Ausnahme von Hank. Mit anderen Worten, es werd mir wohl „Chronicle“ ansehen.

    • Wenn das dein einziges Manko an X-Men war …
      Ich, als alter Comicleser und Wissender, wie das damals erzählt wurde, fand ihn als soclhes schlecht umgesetzt, die Figuren haben nicht gepasst und First Class widerspricht zudem auch noch dem handlungstechnisch dünnen Film-Canon.

      • Nein, das war bestimmt nicht das einzige Manko, sondern einer von vielen, vielen Punkten warum der Film für mich überhaupt nicht funktioniert hat. Ich verstehe nicht, warum der von meinen Freunden so hochgejubelt wird, ich fand ihn nur langweilig und oberflächlich. (Ich mag aber den ersten und zweiten X-Men Film ziemlich gerne, muss ich dazu sagen. Ich hab nicht grundsätzlich eine Aversion gegen Comicverfilmungen, ich fand den Film bloß mies.)

  2. Na, der erste Film klingt interessant. Aber ich geh so wenig ins Kino, da heb ich mir dann besondere Filme für auf (Shame on me, hab Hunger Games immer noch nicht gesehen)

    Gipsgesicht *rofl* Recht hat er!

    Der nächste Film der mich im Kinon reizt ist The Tempest 🙂 Wunderschöner Trailer!

  3. Hm, also wenn es dämlich ist, sich einen Film nur wegen eines Schauspielers anzuschauen, ist es konsequenterweise eigentlich auch dämlich, sich einen Film wegen eines Schauspielers nicht anzuschauen 😉

    Zum Glück hab ich noch keinen Film mit Kristen Stewart gesehen und kann mir „Snow White and the huntsman“ ganz unvorbelastet ansehen, denn der Trailer ist wirklich verlockend 🙂

    • Also, ich find’s dämlich sich einen Film wegen eines Schauspielers anzuschauen, von dem man einfach findet, dass er gut aussieht. Wenn man sich Filme von einem bestimmten Schauspieler anschaut, weil er gut schauspielern kann, ergibt das gleich deutlich mehr Sinn – auch wenn das eine schlechte Story natürlich auch nicht besser macht.

      Ich fand das bei Ghost Rider halt schon grenzwertig. Der erste Teil hat mir an sich gut gefallen, aber der Hauptcharakter verbringt den Großteil des Films mit komplett ausdrucksloser, dämlicher Miene. Das hat der brennende Totenschädel dann grad so noch gerettet. Und Snow White wäre halt wahrscheinlich wie Ghost Rider, nur ohne Totenschädel.

      • Vielleicht hilft es ja, wenn du dir Frau Stewart einfach die ganze Zeit mit brennendem Totenschädel vorstellst?
        Und ich gebe zu, als ich den Titel des Blogeintrags gesehen habe, dachte ich für einen Moment, es geht um Facebook …

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