Links und ein Buch

Im Moment habe ich wieder etwas mehr zu tun, deshalb hier nur ein paar Links, die relativ erhellend sein könnten, wenn man selbst schreibt.

Joe Abercrombie hat nämlich seine eigenen Bücher noch mal gelesen und sie kommentiert, was unter anderem eine Analyse der Fehler beinhaltet. Das ist selbst dann lesenswert, wenn man die Bücher nicht kennt. Er hat für jedes Buch seiner Trilogie einen Eintrag gemacht:
The Blade Itself
Before they are Hanged
Last Argument of Kings
Es gibt auch einen zu „Best Served Cold“, aber der besteht größtenteils aus Eigenlob, also schenke ich mir da den Link.

Außerdem habe ich ein Buch gelesen. Und zwar „Who fears death?“ von Nnedi Okorafor. Das Buch ist ziemlich cool. Es ist mehr oder weniger dystopische Fantasy in Afrika. Es geht um ein Mädchen, das weiß, wie es sterben wird, und seinem Tod entgegen geht, um scheußliche Ereignisse aufzuhalten. Das an sich hat mich schon sehr fasziniert. Außerdem hat der Roman so eine Art, nicht klar zwischen Gut und Böse zu trennen, die mir immer sehr gefällt.
Ich habe das Buch über diesen Post in John Scalzs Blog gefunden, in dem die Autorin etwas über ihre Geschichte erzählt. Und ich habe es, glaube ich, vor allem gekauft, weil ich ihre Art zu erzählen mochte. Die funktioniert auch in dem Roman sehr gut.
Nur das Ende ist ein bisschen sehr abgespaced. Allerdings ist es in seiner Abgespacedheit auch wieder irgendwie cool. Es enthält zum Beispiel ein Kapitel, das einzig aus einer Strichzeichnung besteht:

(Sorry, sehr schlecht abfotografiert.)

Was will man mehr?

7 Gedanken zu „Links und ein Buch

  1. Abercrombie war die Empfehlung einer Freundin und J hat sie mir zu Weihnachten geschenkt. Boah, was für eine Enttäuschung! Ok, er kann schreiben, aber WAS er schreibt nervt total. Ich kann offensichtlich nicht gut mit Büchern leben, die keinen Protagonisten haben (alle Charaktere sind zutiefst unsympathisch), keinen erkennbaren Plot auf den ersten 100 Seiten, und dann noch eine Welt, die erschreckender ist, als Brave New World oder 1984. Nee danke, Fantasy hin oder her, das war so gar nicht meins.

    Ich guck mir den ersten Link aber mal an. Mal sehen, was der Autor dazu meint 🙂

  2. Moin,
    Abercrombie ist, wie auch der (deutsche) Verlag sagt, jemand, der „Jungs“-Bücher. Frauen lesen ihn eher selten. Der Typus „gebrochener Held“ bzw. in seinem Fall eher „gar kein Held“ spricht Männer wohl deutlich eher an als Frauen. Nicht umsonst trägt Heros (Heldenklingen) die Unterzeile „Eine Schlacht. Drei Krieger. Keine Helden.“. Protagonisten hat er schon. Nur eher halt „normale Leute“ mit mehr Fehlern als positiven Eigenschaften. Was aber wohl auch daran liegen dürfte, dass Abercrombie Psychologe ist und sich mit der Psychologie seiner Figuren stark auseinandersetzt. Da bleibt am Ende eben nicht viel für Nettigkeiten übrig.

    Interessant finde ich, dass seine Welt immer als so erschreckend empfunden wird. Denn sie reicht an die realen Zustände unserer eigenen Vergangenheit (oder auch Gegenwart) immer noch nicht heran. Wenn man halbwegs realistische Historienromane über unsere eigenen Söldnerkriege (30jähriger Krieg, 100 Jähriger Krieg, etc.) liest, stellt man fest, dass er immer noch zu freundlich bleibt.
    Aber gerade diese „grim&gritty“-Fantasy kommt als Gegenpol der klassisch-heroischen Fantasy eben bei männlichen Lesern sehr gut an. Bei Frauen eher weniger. 😉

    „Best served cold“ empfinde ich als einen seiner interessantesten Romane – den ich trotzdem für einen Fehler halte, weil er zu schwer verdaulich ist. Aber allein vor dem Experiment, ALLE Figuren eine negative psychologische Entwicklung durchmachen zu lassen (statt eine wie üblich positive), so dass die einzige Figur, die sich nicht entwickelt, am Ende die sympatischste ist (der versoffene Söldnerführer) – davor habe ich höchste Achtung. Es ist halt nur ein wenig deprimierend. aber großartig und logisch geschrieben.

    Danke für den Hinweis, Andrea. Den eintrag werd ich mir gleich mal klauen. 😉

    • Also, bei mir kommt „grim&gritty“ ziemlich gut an 😉

      Bei „Best Served Cold“ fand ich Monzas Entwicklung eigentlich gar nicht so schrecklich. Ich meine, sie ist zu keinem Zeitpunkt eine nette Person, aber sie hat doch ein relativ annehmbares Ende.

  3. Oh, die Links zu Abercrombie werde ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen. Weil ich sowohl seine Schreibweise wie seine Figuren klasse finde. Allerdings habe ich bisher nur den ersten Band ‚Kriegsklingen‘ gelesen, die Folgebände aus Zeitmangel nicht geschafft, die suben noch vor sich hin.
    Das das Jungsbücher sein sollen, wie Tom meint, habe ich nicht so empfunden. Logen Neunfinger hatte sofort meine ganze Sympathie, an Sand Dan Glokta habe ich mich gerieben wie selten an einer Figur (aber ich liebe ihn) und Ferro ist super. Eigentlich habe alle Figuren was für sich. Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr fällt mir ein, obwohl meine Lektüre schon lange zurückliegt. Und das ist für mich immer ein positives Zeichen. Ich sollte doch die Folgebände einfach nach oben rücken und vielleicht mit in Urlaub nehmen.

    Nun zu Nnedi Okorafors Who fears death.
    Darüber hatte ich auch in irgendwelchen blogs gelesen und es mir als ebook gekauft. Dann hatte ich es einfach mal angelesen, so aus reiner Neugier und bin gleich kleben geblieben. Allerdings war dann nach gut der Hälfte die Luft raus und ich habe es nur noch quer gelesen. Ein interessantes Buch mit einem ungewöhnlichen Setting. Ein Fantasybuch mit schwer verdaulichen Themen wie gezielter Massenvergewaltigung, Kindesmissbrauch und Beschneidung von Frauen sticht auf jeden Fall raus im Bereich Fantasy.

    • Die Aussage mit den „Jungsbüchern“ kam von Seite des Verlages und des Lektorats. Mit der Zustimmung, dass es eine ganze Reihe von Frauen gibt, die das natürlich auch gern lesen, aber starke 80% der Leser von Sachen dieses Genres eben Männer sind (Zielgruppe 20+, wie ich von anderer Seite noch gehört habe, also die etwas älteren).
      Wobei ich auch finde, dass man wohl etwas älter sein muss, um diese Art der Fantasy zu mögen (gilt auch nicht für jeden – ist wohl wie früher mit Elric von Melnibone. Aber die meisten werden wohl tatsächlich schon eher Erwachsene sein).

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