Wie man Makler verblüfft

René und ich suchen im Moment nach einer neuen Wohnung (immer noch), und aus irgendeinem Grund schaffen wir es dabei immer wieder, diverse Makler zu verblüffen. Dafür gibt es offensichtlich vor allem zwei Gründe.

1. Wir haben kein Auto. Die Tatsache an sich ist noch nicht so verblüffend, allerdings habe ich deswegen mit Maklern schon folgende Gespräche geführt:
Ich: „Wir haben kein Auto, deshalb suchen wir eher was in der Innenstadt.“
Makler: „Ja, aber diese Wohnung weiter draußen hat auch gute Busanbindungen.“
Ich: „Die Busse fahren aber nur bis 11.“
Makler: „Das tun sie in der Innenstadt auch.“
Ich: „Ja, aber wenn man in der Innenstadt wohnt, kann man später abends noch heim laufen.“
Makler, schaut mich an, als wäre die Fortbewegung zu Fuß ein komplett neues Konzept für ihn. Dann dämmert es ihm langsam. „Oh … ja …“

2. Viele Makler haben schon versucht mir zu erzählen, dass ich ja diejenige sein werde, die letztendlich entscheidet, ob wir eine Wohnung nehmen oder nicht. Weil ich die Frau bin und so. Sie sind regelmäßig verblüfft, wenn ich ihnen widerspreche.
Meine Ansprüche an eine Wohnung sehen folgendermaßen aus: Kein Schimmel, ein dichtes Dach, genug Platz für mein Zeug, zuverlässiges Warmwasser, verhältnismäßige Ruhe rundrum, funktionierende Telefonleitungen und die Möglichkeit von dort ohne viel Aufwand Orte zu erreichen, die ich erreichen möchte.
Renés Ansprüche lassen sich am besten mithilfe eines Gesprächs illustrieren, das wir letzens geführt haben:
Ich: „Ich denke, wir könnten in dieser Wohnung trotz der Dachschrägen genug Bücherregale aufstellen.“
René schaut sich meinen Plan an: „Das ist ja alles total durcheinander und verstreut.“
Ich verwirrt: „Und?“
René: „Das passt nicht richtig zusammen. Das sieht scheiße aus.“
Ich immer noch verwirrt: „Und deshalb willst du die Wohnung nicht?“
René: „Ja.“
Ich: „Oookay.“ (Gut, eigentlich habe ich nicht „Okay“ gesagt, sonder ein bisschen rumgezickt, weil ich die Wohnung mochte und mir die Sucherei zum Hals raushängt. Dass wir sie letztendlich trotzdem nicht genommen haben, beweist, dass ich den Makler in dieser Sache nicht umsonst widerspreche.)

5 Gedanken zu „Wie man Makler verblüfft

  1. Solche Debatten hatte ich an meinem Studienort mit Maklern auch.
    Ich: „Sorry, das ist mir zu weit draußen, ich habe kein Auto.“
    Er (angepisst): „Das ist nicht weit draußen, ich wohne da selber.“

    Ja, das mag ja „nah dran“ sein, wenn man mit seinem Mercedes bis vor die Haustür fährt….

  2. „Kein Schimmel, ein dichtes Dach, genug Platz für mein Zeug, zuverlässiges Warmwasser, verhältnismäßige Ruhe rundrum, “

    Die Zeit im Mainzer Bahnhofsviertel hat dich echt geprägt.;)

  3. Du hast vergessen zu erwähnen, bei der Bude mit den Dachschrägen, dass ich ungefähr 1/5 der Hütte nicht hätte betreten können, ohne mich zu ducken oder gleich zu kriechen.

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