Neuromancer

Ich habe angefangen, „Neuromancer“ zu lesen, weil generell mal mehr Cyberpunk lesen wollte, und das schien mit ein guter Anfang zu sein. Wobei die Formulierung „mehr Cyberpunk“ es so klingen lässt, als hätte ich vorher schon sonderlich viel Cyberpunk gelesen. Genau genommen beschränken sich meine Ausflüge in das Genre allerdings auf Shadowrun, Ghost in the Shell und das eine oder andere Jugendbuch, das man möglicherweise dorthin einordnen könnte. Ach ja … und „R.E.M.“, das ich für immer als das Buch mit dem anhänglichen Wecker und der Herde wilder Kaffeemaschinen in Erinnerung behalten werde.
Wenn ich länger nachdenke, fallen mir garantiert auch noch ein paar weitere Bücher ein, was meine aussage letztendlich ad absurdum führen wird. Aber wie auch immer …

Auf jeden Fall war ich überrascht, festzustellen, wie viel Shadowrun von „Neuromancer“ übernommen hat. Mir war natürlich klar, dass es ziemlich viele Ähnlichkeiten geben würde. Aber dass ich abgesehen von der Sache mit der Magie kaum Unterschiede im Hintergrund feststellen würde, hätte ich nicht gedacht. Das geht sogar so weit, dass mir beim Lesen Gedanken wie dieser hier durch den Kopf schießen: „Da steckt bestimmt irgendein Drache dahinter.“ Bevor mir dann einfällt, dass es hier ja gar keine Drachen gibt.

Und ich dachte immer, im SF-Bereich wird nicht so schamlos geklaut wie in der Fantasy 😉 Um es mit Thorin zu sagen: „I’ve never been so wrong.“

9 Gedanken zu „Neuromancer

    • Immer gerne. Ich habe hier noch „Snow Crash“ rumliegen. Das kommt auch noch irgendwann dran. Aber sonst habe ich mich noch nicht sonderlich umgetan.

      • Snow Crash wäre zugegebenermaßen mein nächster tipp gewesen… Das problem ist natürlich das die „Klassischen Werke“ seid jahren out of print sind, außer Gibson natürlich. Falls du also drankommst: Bruce Sterlings Shismatrix, Rudy Ruckers Software / Wetware, die von Sterling herausgegebene Anthologie Mirrorshades (Auf deutsch: Spiegelschatten). Dazu vielleicht noch einige Postcyberpunk dinge wie Neal Stephensons Diamond Age, die späten Romane von Gibson (Die sogenannte „Blue Ant-Trilogie“) und Charles Stross‘ Halting State (Deutsch:Du bist tot) und Accelerando, welcher sich zugegebenermaßen am rande des Transhumanismus bewegt

          • Das „Problem“ bei Cyberpunk ist, das es als literarisches „Genre“ sehr schnell ausgebrannt ist und man sehr schnell die ersten dekonstuktionen hatte – Snow Crash ist eines der romane die sich an der (zugegebenermaßen sehr feinen) grenze zwischen Cyberpunk und Postcyberpunk bewegen. Allerdings ist mir gerade noch eine sehr nette modernere empfehlung im PCP-Bereich eingefallen: Max Barrys Jennifer Goverment

  1. Gibson ist immer wieder toll. Pattern Recognition wäre meine Empfehlung für eins seiner neueren Bücher – das steht ganz oben auf meiner „sollte ich mal wieder lesen“-Liste.

    Mit Neil Stephenson bin ich nicht warm geworden (Achtung: Untertreibung), so rein gar nicht. Mit Charles Stross etwas mehr (einen tollen Blog hat er), aber nicht wirklich. Ich glaube, Greg Egan fällt nicht mehr offiziell unter Cyberpunk (aber was ist schon offiziell?), aber „Permutation City“ ist für mich eines der genialsten Cyberpunk-Bücher überhaupt. Müsste ich auch mal wieder lesen.

  2. Ooooooh…. Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war…

    Schönes Buch!

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