Leipziger Buchmesse – Autorenpost

Gestern um 23 Uhr bin ich heimgekommen, und ich muss sagen, diese Buchmesse war die anstrengendste bisher. Dafür war sie aber auch ziemlich cool.

Diesmal war ich mit meiner Familie da. Die wollten sich alle nicht entgehen lassen, wie ich lese. Während ich nicht gelesen habe, sondern über die Messe gewetzt bin, haben mein Vater und meine Schwester fleißig Cosplayer fotografiert. Dadurch sind so viele coole Fotos zusammengekommen, dass ich dafür später einen Extrapost mache.

Nun erst mal dazu, was so passiert ist:

Am Donnerstag waren wir ganze 10 Minuten vor Messeschluss dann auch endlich dort. Immerhin konnte Stephan Bellem uns aber noch darüber in informieren, wer den Seraph gewonnen hat, und danach ging es mit meiner Schwester und den beiden Orgel-Brüdern noch in einen ziemlich coolen Irish Pub. Im Anschluss sind wir mehr oder weniger tot ins Bett gefallen.

Freitag
Der nächste Tag hat mir eine gewisse Übelkeit beim Anblick der Fantasy-Leseinsel beschert. Die war nämlich doppelt so groß wie das letzte Mal, als ich sie gesehen habe. Darauf war ich nicht vorbereitet! Allerdings waren alle Leute ganz unglaublich nett zu mir und haben mich abgelenkt, damit ich vor meiner Lesung nicht allzu nervös werden konnte. Christoph Hardebusch hat Last-Minute-Tips verteilt. Christian Handel ist mit mir noch mal seine Anmoderation durchgegangen. Und Wibke war meine Heldin und hat sogar Tee und Kekse mitgebracht.

Außerdem habe ich mein Buch am Stand von Werkzeugs gefunden!

Dann begann die Lesung:

Ich kann Christian Handel als Anmoderator nur empfehlen 😉 Er war toll, hat zwischendrin noch Fragen gestellt und generell dafür gesorgt, dass ich nicht da saß und gar nicht wusste, was ich sagen sollte.
Das Lesen selbst war laut Aussage der Zuhörer überraschend gut (überraschend für mich auf jeden Fall). Ich selbst war … na ja … Es gibt Untersuchungen, die besagen, dass man ab einer bestimmten Menge Adrenalin jegliche Umgebungsgeräusche ausblenden kann, die einen nicht direkt betreffen. Genau das ist mir passiert. Ich habe nicht gehört, dass irgendwo ganz in der Nähe Musik gespielt hat, das wurde mir nur nachher berichtet. Ich habe einfach meinen Text gelesen, und dabei hat sich die viele Übung vorher ausgezahlt, denn ich konnte ihn (zumindest in dem Moment) fast auswendig.

Im Anschluss durfte ich mich ein bisschen wie ein Star fühlen.

Während der Signierstunde kam dann auch Christian Montillon a.k.a. Christoph Dittert und lieh sich Geld von mir, um mein Buch kaufen zu können. Die ganze Geschichte dazu erzählt er hier. Das Geld habe ich mir später während seiner Signierstunde am Perry-Stand zurückgeholt. Geldscheine über Signiertische zu reichen wird sicher ein neuer Messetrend 😉

Ich möchte außerdem mal kurz festhalten, dass meine Schwester cool ist. Darf ich vorstellen? Steph mit dem für sie signierten Exemplar von „Aeternum“:

Nach einer halben Stunde Mittagspause ging es auch schon weiter. Mit einer sehr netten und aufmerksamen Begleiterin von Knaur absolvierte ich einen Fototermin für dpa, falls irgendwer mal einen Zeitungsartikel über mich schreiben wollen sollte. (Der Termin beinhaltete unter anderem, in einem der Glasgänge auf dem Geländer zu sitzen. Oder an einem Stahlträger zu lehnen und nachdenklich ins verschneide Leipzig hinauszublicken. Das war auch mal ein Erlebnis.)
Kaum war der Termin erledigt, kamen dann auch schon zwei Mädchen von der Berliner Literaturinitiative und haben mich interviewt. Die waren beide 17, haben sehr intelligente Fragen gestellt und waren ganz meiner Meinung, dass Verlage jugendliche Leser öfter mal unterschätzen. Ha!

Es folgte ein recht erfolgreiches Treffen mit meiner Agentin, ein Besuch bei einer Feier zu Ehren von Wolfgang Hohlbein (es waren Häppchen versprochen), ein Versuch, mit Wibke, Christian, Bernd und dessen Freundin Yvonne essen zu gehen, der für Wibke dadurch vereitelt wurde, dass wir zu lange gebraucht haben, um vom Messegelände wegzukommen … und dann noch ein Besuch auf der Buchhändlerparty in der Moritz-Bastei, bei dem ich nicht nur mit Klaus N. Frick plauderte, sondern auch Kai Meyer kennenlernte. Zu dem Zeitpunkt war ich dann schon komplett ohne die Hilfe von Alkohol ziemlich albern und erzählte jedem, der auch nur ansatzweise fragte, dass unser Hotel in Delitzsch hinter Wiederitzsch in der Nähe von Podelwitz liegt, weil ich die Ortsnamen so lustig fand. Da der Rest der Versammlung da breits ein ganzes Stück über das erste Bier hinaus war, fand das hoffentlich niemand schlimm.

Samstag
Am Samstag waren wir nicht auf der Messe, sondern haben uns die Stadt angeschaut. Hier ich im winterlichen Leipzig:

Nein, ernsthaft. Wir waren im Gondwanaland, einer riesigen Glaskuppel im Leipziger Zoo, in dem wirklich tropische Temperaturen herrschen.

Am Abend haben ich zusammen mit Lary Maly noch versucht, die Lesenacht von Heyne zu finden, die in der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig stattfinden sollte. Allerdings ist der Bahnhof ziemlich groß und wir kamen erst nach der Hälfte der Veranstaltung an.

Sonntag
Der Sonntag begann mit der Lesung zu „Sorge dich nicht, beame!“ von Christian Humberg und mir, die mein Vater grandios moderiert hat. Einen Ankündigungstext mit mehr Anspielungen auf gängige SF-Werke hätte man nicht schreiben können.

Während der Signierstunde wurden wir unter anderem gebeten, auf Tüten der Bundesregierung zu unterschreiben. Das passiert einem auch nicht alle Tage.

Der Messesonntag endete für mich mit einer weiteren Lesung aus „Aeternum“ am Stand der Gutenbergschule Leipzig. Wiederum wunderbar moderiert von einem angehenden Buchhändler.

Dort konnte meine Schwester dann auch noch ihre Frage loswerden, die sie für meine Lesungen vorbereitet hatte. Sie lautete: „Stimmen die Gerüchte eigentlich, die besagen, dass der Papst wegen Ihrem Buch zurückgetreten ist?“ (Ich sage doch, meine Schwester ist cool.)
Meine Antwortet war natürlich: „Kein Kommentar.“

Auf der Rückfahrt hat meine Familie mich in Mainz abgesetzt, und die Bahn hat prompt dafür gesorgt, dass ich viel zu lang auf einem kalten, zugigen stuttgarter Bahnsteig herumstehen musste. Man muss ja ganz sichergehen, dass ich nach der Messe krank werde …

Dafür habe ich allerdings in der Mainzer Bahnhofsbuchhandlung „Aeternum“ entdeckt!

16 Gedanken zu „Leipziger Buchmesse – Autorenpost

  1. Hallo Andrea,
    das sieht nach einem ereignisreichen Wochenende aus (und ich freue mich auf die Cosplaybilder). Ich freu mich, dass deine Lesungen so gut verlaufen sind und dass „Aeternum“ bereits die Buchhandlungen stürmt. Mein Exemplar ist bereits auf dem Weg – mal schauen, ob es im Laufe der Woche kommt – Rezi folgt auf jeden Fall 😀
    LG
    Juliane

  2. Deine Schwester ist wirklich cool und vor allem sehr sympathisch, deine Lesung war klasse und hat mich sehr neugierig auf deinen Roman gemacht, und ja, in Gondwanaland ist es tropisch warm. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinem Aeternum, und du hast ja schon eine eigentlich ganz positive Bewertung bei Amazon.

    • Habe deinen Kommentare gerade in Ordnung gebracht. Hoffe, das passt so. Vielen Dank auf jeden Fall 🙂 Und die Amazonrezension habe ich schon gesehen.

  3. Jetzt tut es mir richtig leid, dass ich nicht in Leipzig war. Besonders, weil ich Christian schon ewig kenne. Wäre bestimmt interessant gewesen, euch zusammen zu erleben. War nicht auch irgendwo eine Leserunde zu Aeternum?

  4. Toller Bericht. Richte deiner Schwester einen Gruß aus, und eine gute Frage, die sie für deine nächsten Lesungen verwenden könnte, wäre auch: „Was ist deine Blutgruppe und warum?“
    Viele Grüße!

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