Erwachsen werden

Am Anfang besteht das Erwachsenwerden draus, dass man aufregende Dinge zum ersten Mal tut. Autofahren zum Beispiel. Aber je erwachsener man wird, desto mehr verschiebt sich der Prozess in die Richtung, dass man hirnzermürbend langweilige und lästige Dinge zum ersten Mal tut. Steuererkläungen zum Beispiel. Oder aber so etwas wie die Eigentümerversammlung, auf der ich gestern war.
Ich habe meine Mutter vertreten und musste unter anderem über so weltbewegende Dinge abstimmen, ob die Außenfassade neu gestrichen werden soll (und wenn ja in welcher Farbe). Nachdem meine Mutter ein gesundes Maß an Desinteresse an derlei Dingen gezeigt hatte (Ihre Aussage: „Stimm einfach für die Dinge, die du für sinnvoll hältst.“), hatte ich die Hoffnung, das Ganze könnte relativ unkompliziert über die Bühne gehen.
So kann man sich irren …

Ernsthaft, wenn ich noch einmal das Wort „Geld“ so oft am Stück höre, kriege ich einen Schreikrampf. „Die Bäume müssen alle weg, die kosten uns nur Geld.“ … „Ist denn schon mal jemand auf der Treppe gefallen? Die rutschsicher zu machen kostet doch nur Geld.“ …
Und ich dachte immer, Ebenezer Scrooge sei übertrieben …

Ein Gutes hatte die Sache aber. Ich habe erfahren, dass einer der Nachbarn altes Kriegsgerät sammelt. Das Gespräch war lustig.
Er: „Vor allem napoleonische Säbel und Kanonenkugeln und so. Aber auch Sachen aus dem 2. Weltkrieg. Granaten zum Beispiel.“
Ich: „Ähm … wie nah wohnen Sie noch mal an uns dran?“
Er: „Da ist kein Sprengstoff mehr drin.“
Ich: „Puh …“

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