Ein neues Genre

Ich habe gerade zusammen mit René ein neues Genre erfunden. Das Gespräch ging ungefähr so:

Ich: „Ich find’s gut, dass der Kater nicht mehr so oft den Schwanz hängen lässt. Ich hab gelesen, das bedeutet, dass er traurig ist.“
René im Pre-Kaffee-Koma: „Hmmm …“
Ich: „Ich frag mich, weshalb er traurig ist.“
René: „Tja …“
Ich, um zu testen, ob er es überhaupt mitkriegt, wenn ich anfange, seltsames Zeug zu reden: „Vielleicht trauert er einer Geliebten nach.“
René schaut skeptisch.
Ich: „Wahrscheinlich hat er mit einem anderen Kater um sie gekämpft, deshalb hat er diese Narbe an der Schnauze.“*
René: „West Side Story für Katzen?“
Ich: „Irgendwie so was.“
René: „Und du schreibst demnächst einen Katzenroman, der kein Abklatsch von Felidae ist, sondern ein Drama?“
Ich: „Das wäre eigentlich noch was. Würde sicher voll der Erfolg.“

Aber jetzt ernsthaft. Viele Leserinnen mögen Katzen und viele Leserinnen mögen Familiendramen oder Liebesdramen oder was auch immer. Ist noch niemand auf die Idee gekommen, das mal zu kombinieren? Ich bin mir sicher, ich habe gerade einen neuen Trend geschaffen 😉

Übrigens, hier ist die Geschichte unseres Katers, wie ich sie mir vorstelle:

Er war ein junger und übermütiger Straßenkater. Eines Tages beobachtete er, wie eine ebenso junge und hübsche Katzendame von einem alten Kater belästigt wurde. Er rettete sie. In dem Kampf erhielt er die Narbe. Eine Liebesgeschichte entspann sich.
Aber dann, eine Tages sagte ihm die junge und hübsche Katzendame, dass sie eigentlich lieber mit dem alten Kater zusammen sein wollte. Der habe einfach mehr Biss und Erfahrung und sei so unglaublich männlich. Aber, sagte sie, man könne ja Freunde bleiben.
Lockheed (also unser Kater), tat das einzig Vernünftige: Er sagte ihr, sie könne ihn mal, und ging. Einsam und mit gebrochenem Herzen wanderte er in den Sonnenuntergang …
… und wurde von irgendwelchen Leuten aufgesammelt, die ihn ins Tierheim brachten. Dort schnitt man ihm nicht nur die Eier ab, zu allem Überfluss teilte man ihm auch noch mit, dass seine Freundin ihn mit Katzen-Aids angesteckt hatte.**
Er wurde also mit anderen Aids-Katern in eine kleine Box gesteckt. Irgendwann kam auch noch eine kleine Zicke dazu.***
Nach einem halben Jahr erschienen schließlich zwei Menschen und nahmen ihn und die kleine Zicke mit. Aber sein Herz war immer noch gebrochen. Er versuchte es mit der kleinen Zicke, aber die wollte nur das Eine: Fangen spielen. Und raus durfte er auch nicht mehr. Allerdings, nach anfänglichen Schwierigkeiten, während derer er unter anderem eine Masterpieces Transformers-Figur dazu überredete, sich in einen frühzeitigen Tod zu stürzen, raufte er sich schließlich mit einem der beiden Menschen zusammen: René. Eine wunderbare Männerfreundschaft entstand. Inzwischen kann man die beiden oft bei einem Bier und einer Zigarette auf dem Balkon zusammensitzen sehen.****
Manchmal starrt Lockheed noch aus dem Fenster und denkt an seine verflossene Liebe. Aber ganz langsam kommt er über sie und ihren Verrat hinweg.

_________________________________________
* Unser Kater hat so eine Assassin’s Creed Narbe. Wahrscheinlich schleicht er nachts heimlich raus und tötet Templer-Katzen.

** Eigentlich wird Katzen-Aids eher durch Bisse übertragen, aber ich berufe mich hier auf die künstlerische Freiheit.

*** Hetty. Sie hat drei Modi: Zickig, nervig und zum Umfallen niedlich.

**** René trinkt das Bier und raucht die Zigarette, was dachtet ihr denn?

4 Gedanken zu „Ein neues Genre

  1. Ich bin zwar die Ausnahme unter den Autorinnen und habe keine Katze noch werde ich mir eine anschaffen, aber ich kenne jede Menge Leute, die so ein Buch sofort lesen würden. Schlag das mal deiner Agentur vor 🙂

    (FELIDAE habe ich trozdem gelesen und fand es super. FRANCIS war so…na ja.)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s