Redewendungen und Latein

Ganz, ganz langsam lichtet sich der Wald zu erledigender Dinge. Heute habe ich mich zum Beispiel tapfer in die Unterlangen für die Umsatzsteuervoranmeldung gestürzt, und bin sogar lebend am anderen Ende wieder rausgekommen. Wer hätte das gedacht?
Zur Belohnung sind René und ich danach Sushi essen gegangen.
Das diesmalige Sushi-Essen-Gesprächsthema waren, neben auf Bäume kletternde Tintenfische (da gab es mal so eine Doku), Redewendungen. Irgendwann meinte René nämlich: „Meine liebe Frau Gesangsindendantin!“
Ich: „Was?“
René: „Na ja, ansonsten heißt es ja immer nur: Mein lieber Herr Gesangsverein.“
Ich: „Warum eigentlich? Ich meine, warum ist der Gesangsverein eine Person?“
René: „Keine Ahnung. Das werden wir wohl genauso wenig erfahren wie, was mit Schmitz‘ Katze ist oder mit Nachbars Lumpi. Oder wie genau es nun eigentlich bei Hempels unterm Sofa aussieht.“
Ich: „Also ich glaube, das ist einfach. Schmitz‘ Katze war bei den Hempels. Deshalb liegt jetzt lauter Katzenspielzeug unterm Sofa.“ (Wenn man bei uns Katzenspielzeug oder andere kleine Gegenstände sucht, dann nimmt man sich am besten einen Meterstab und fährt damit einmal unterm Sofa durch. Ich glaube, Katzen sind im Prinzip eine Abart von Drachen, nur dass sie festgestellt haben, dass das Schlafen auf einem Hort irgendwie ungemütlich ist, deshalb sorgen sie dafür, dass sich zwischen ihnen und ihrem Hort etwas Gepolstertes befindet.)
René: „Und was ist mit Nachbars Lumpi?“
Ich: „Na, der ist der Grund, warum Schmitz‘ Katze überhaupt zu den Hempels in die Wohnung gerannt ist.“

Auf dem Heimweg war es schon dunkel, und wir sind an derselben Haltestelle ausgestiegen wie ein kleiner Junge. Der ging dann vor uns und hatte es erstaunlich eilig. Wir waren im Komplett-Schwarz-mit-langen-Mänteln-Partnerlook.
René irgendwann: „Ich glaube, der hat Angst vor uns.“
Ich: „Echt? Hm … sollen wir ihm richtig Angst machen? Murmel mal was Bedrohliches auf Latein.“
René: „Alea iacta est!“
Ich: „Veni, vidi, vici!“ Nach einer kurzen Pause: „Ich glaube, das war jetzt nicht sehr bedrohlich.“

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