So viel dazu

Eigentlich sollte ich inzwischen fast in Darmstadt bei den Space Days sein. Stattdessen bin ich jetzt nach einer zweistündigen Irrfahrt wieder zu Hause auf der heimischen Couch. Das kam so:

Holen wir etwas aus. Auf der Strecke Heilbronn – Mannheim gibt es (mal wieder) eine Baustelle. Ansonsten hätte meine Fahrt zu den Space Days nämlich so ausgesehen: In den Zug steigen, in Mannheim umsteigen, in Darmstadt ankommen.
Alternativstreckenvorschläge der Bahn wollten mich stattdessen entweder über Karlsruhe schicken (dauert eine Stunde länger) oder über Eppingen (muss man nicht kennen) … mit einer Umsteigezeit von 3 Minuten. Diese Über-Eppingen-Sache habe ich einmal versucht. Die drei Minuten Umsteigezeit sind eine Lüge. Man muss eine Stunde und drei Minuten Umsteigezeit rechnen. So lange dauert es, bis der nächst spätere Zug fährt.

Also dachte ich mir, ich bin schlau und fahre mit dem Fernbus. Der braucht kürzer als alle Alternativstreckenbahnverbindungen. Fernbusse fahren hier in Neckarsulm ab, das ist eine Viertelstunde mit der S-Bahn von Heilbronn entfernt. Kein großes Ding. Auf so einer kurzen Strecke sollte ja nichts schiefgehen, oder?
Tja … zwei Haltestellen vom Neckarsulmer Bahnhof entfernt stand die S-Bahn plötzlich. Auskunft des Fahrers: Hier geht’s nicht weiter. Interessanterweise hatte ich am Morgen noch auf der Bahnwebsite nach genau dieser Verbindung geschaut. Da stand nichts von einer Streckensperrung. Nun war sie wohl einfach so vom Himmel gefallen.
Also schnell ein Taxi gerufen. Eine Viertelstunde Zeit hatte ich noch. Als das Taxi dann endlich da war, hatte ich noch fünf Minuten. Fahrer darüber informiert, dass die Zeit drängt, und zum Dank aus erster Hand erfahren, wie man sich als Hauptheld großer Verfolgungsjagden fühlen muss. Eine Minute nach der Abfahrzeit des Busses kamen wir am Bahnhof an. Der Bus war weg. An der Haltestelle stand noch, recht verloren, ein Metallurgiestudent aus Istanbul, der auch der seltsamen S-Bahn-Streckensperrung zum Opfer gefallen war.
So hatte ich dann einen recht netten Begleiter für die Odyssee heim. Die hat dann tatsächlich eine Stunde gedauert. 20 Minuten Warten auf den Schienenersatzverkehr, nur um von mehreren Busfahrern zu hören: „Nee, also nach Heilbronn rein fahr ich nicht.“
Irgendwann hatten wir genug und haben uns ein Taxi geteilt.
Das sinnlos ausgegebene Geld für diesen Tag beläuft sich damit auf 20 Euro und ein paar Zerquetschte.

Und eine Bahnverbindung, die mich noch rechtzeitig nach Darmstadt gebracht hätte, gab es natürlich nicht mehr.

4 Gedanken zu „So viel dazu

  1. Da hat es das Schicksal wohl gut mit Dir gemeint. Wer weiß, was dir passiert wäre, hättest du deine Reise wie geplant antreten können. Man sollte es ja immer von der positiven Seite aus betrachten 🙂 Aber abgesehen davon, wir haben dich dennoch auf den Spacedays vermisst. Beim nächsten mal klappt es bestimmt und vielleicht hast du inzwischen auch herausgefunden, was an der Sache letztlich das Positive ist 😉

    • Definitiv positiv war, dass ich damit einen unerwarteten freien Tag hatte, den ich damit verbracht habe, Playstation zu spielen und Dr. Who zu gucken 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s