Warum?

Seit ich chronisch kranke Katzen habe, begegne ich dem Thema Homöopathie überall. Das geht so weit, dass wenn mir jemand eine neue großartig Behandlungsmethode für irgendeines unserer Probleme vorschlägt, ich erst mal eine grobe Googlesuche mache, um festzustellen, ob das irgendwas Alternativmedizinisches ist (ist es meistens). Dann kann ich den Vorschlag gleich wieder vergessen.
Ich weiß nicht, was das ist mit Katzenhaltern und alternativen Heilmethoden, aber inzwischen zweifle ich teilweise ein bisschen an meinem eigenen Verstand. Hier die Sammlung von Bemerkungen aus der letzten Zeit:

„Meine Katzen müssen nicht zum Arzt, ich habe einen guten Tierheilpraktiker.“
Gibt es eigentlich auch Globuli gegen Flöhe? Ich fände es mal lustig, wenn jemand versucht so Zeug wie Flöhe mit homöopathischen Mitteln zu bekämpfen. Da kann man sich immerhin nicht einreden, sie seien weg.

„Meine Katze hat eine Futtermittelallergie, aber ich mache keine Ausschlussdiät mit ihr, sondern eine Bioresonanzanalyse, um rauszufinden, worauf sie reagiert. Außerdem bekommt sie Globulis.“
Wegen Zucker im Katzenfutter meckern und dann die Katze mit Zuckerkügelchen vollstopfen. Klingt sehr sinnvoll.
Bioresonanzanalysen sind außerdem großartig. Man schickt ein paar Haare ein und bekommt dann alle Probleme aufgelistet, die man (oder die Katze) hat. Warum machen sich Ärzte überhaupt noch den Aufwand mit Blutproben, Röntgen, CT oder gar Magenspiegelung, wo es doch so einfach geht? Man könnte für praktisch gar nichts dasselbe Geld verlangen.

„Du solltest deinem scheuen Kater Bachblüten gegen seine Unsicherheit geben.“
Da Bachblüten mehr oder weniger eine Mischung aus Wasser und Alkohol sind, könnte das vllt tatsächlich helfen, wenn man den Kater weit genug damit abfüllt …
Ich finde es aber eher fragwürdig, meine Katzen betrunken zu machen, damit sie sich anfassen lassen.

„Mein Tierheilpraktiker hat ausgependelt, welches Futter meine Katzen fressen sollen.“
Das war der Punkt, an dem ich nachgesehen habe, wie viel eigentlich eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker kostet: 2000 Euro Fernstudium. Ich bin versucht, die zu machen und dann einen Entscheidungs-Service für Tierhalter anzubieten. „Soll ich für Sie auspendeln, welches Bett Sie für Ihren Hund kaufen sollten? Kein Problem.“ Das mache ich dann in Kooperation mit dem örtlichen Tierbedarfhandel. Die billigen Teile verbreiten dabei natürlich prinzipiell schlechte Schwingungen und ich kriege eine Gewinnbeteiligung.

Ernsthaft, ich bin nicht skrupellos genug für diese Welt …

2 Gedanken zu „Warum?

  1. Wäre doch ein schönes Zusatzeinkommen?
    Aber im Ernst: Einer der klügsten Männer, die ich kenne, hat ein Pferd, das ein Gesundheitsproblem hat. Es ist dem Mann immer ungeheuer peinlich zuzugeben, dass das einzige Mittel, das dem Tier hilft, ausgerechnet ein homöopathisches Mittel ist. Mit dem Placebo-Effekt lässt sich bei Reittieren einfach nicht gut argumentieren.
    Grins.

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