Bahubali

Vor einiger Zeit ging ein Trailer auf Facebook rum. Und zwar dieser hier:

Und ich dachte mir, das sieht gar nicht mal schlecht aus. Nicht so wie der typische Bollywoodfilm. Niemand schien zu tanzen oder zu singen. Stattdessen gibt es coole Kämpfe, außerdem eine irgendwie mythologisch angehauchte Handlung. Könnte man sich glatt ansehen.
Also hab ich’s mir angesehen.

Vorweg: Es wird doch getanzt und gesungen. Das war die erste Enttäuschung. Aber das wäre ja noch irgendwie okay gewesen. Da ist ja noch die Handlung mit den großen Schlachten und der Mythologie. Für eine Weile hatte ich noch Hoffnung.
Dann kam die Sache mit der Frau.

Der Protagonist verliebt sich in eine Widerstandskämpferin. So weit, so gut. Am Anfang kann die Frau immerhin richtig was. An einer Stelle kämpft sie praktisch im Alleingang gegen eine ganze Horde von Soldaten.
Aber dann fängt er an … keine Ahnung, wie ich das überhaupt nennen soll … ihr den Hof zu machen, oder so. Erst malt er ihr ein Henna-Tattoo auf die Hand, ohne dass sie es mitkriegt. Das war schon irgendwie seltsam. Dann malt er ihr und sich zusammengehörige Henna-Tattoos auf den Arm. Das hatte ganz definitive Stalker-Qualitäten.
Als er sich ihr dann zum ersten Mal zeigt, ist sie erst mal stinkwütend, weil er sie ohne ihre Erlaubnis angemalt hat. Kann man ja auch verstehen.
Als Reaktion darauf fängt er an sie auszuziehen.
Also, er klaut ihr Kleidungsstücke und sie reagiert, indem sie versuch ihn umzubringen. Auch wiederum sehr verständlich. Aber er scheint der Meinung zu sein, das ist nur ihre Art, sich ein bisschen zu zieren, oder so. Ich meine, sie hat ja nur ein großes Schwert und gibt sich alle Mühe, ihn damit aufzuspießen. Aber er ist sich ganz sicher, eigentlich steht sie total auf ihn. Dann fängt er auch noch an, sie zu schminken! Natürlich während sie die ganze Zeit versucht ihn zu Schaschlik zu verarbeiten, aber das all ihrer zuvor gezeigten Fähigkeiten zum Trotz nicht hinbekommt, weil er natürlich so viel toller ist als sie. Als sie schließlich total aufgehübscht ist, zeigt er ihr ihr Spiegelbild so vonwegen: „Sieh her, jetzt bist du hübsch. Diese Wiederstandskämpferin vorher, das war ja gar nicht dein wahres Ich.“ – und sie schmilzt dahin und sie küssen sich.

Es tut mir leid, das sagen zu müssen, Indien. Aber wenn das dein allgemein gängiges Frauenbild ist, dann wundert mich gar nichts mehr.

Danach übernimmt der Protagonist dann übrigens die Wiederstandskämpfer-Mission seiner frisch Eroberten, und sie spielt im ganzen Rest des Films keine Rolle mehr.

Apropos der Rest des Films. Der war dann zwar stellenweise unfreiwillig komisch, aber wieder ganz okay. Bis er in der Mitte der Handlung aufhört und einem sagt, dass man auf die Fortsetzung warten muss.

So viel also dazu …

4 Gedanken zu „Bahubali

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