Die 7. Station der Blogtour findet man nun bei Darkstars Fantasy News. Dort rede ich über den Dämon Balthasar.
Blödsinn am Donnerstag – Programmvorschauen und Tierfantasy
Gestern habe ich einen ganzen Stapel Piper-Programmvorschauen für den Herbst 2013 bekommen. Unter den Ankündigungen fand sich unter anderem auch dieses Buch. Vorhin entspann sich darüber folgendes Gespräch zwischen René und mir:
Ich: “Es gibt jetzt auch Wiesel-Fantasy.”
Er: “So wie das mit den Katzen und das mit den Eulen?”
Ich: “Genau so.”
Er: “Du solltest auch so was schreiben. Wie wär’s mit Nacktmullen?”
Ich: “Das ist die Idee!”
Er: “Nacktmulle gegen Lemminge!”
Ich: “Eine Schlacht am Rand einer Klippe. Die Lemminge wollen sich dort runter stürzen, und die Nacktmulle standen dummerweise im Weg. Jetzt kämpfen sie um ihr Leben. Der ganze Roman beschreibt nur die Schlacht.”
Er: “Und am Ende sagt ein alter und weiser Nacktmull: Eigentlich hätten wir ja nur einen Schritt zur Seite gehen müssen.”
Ich: “Sie nannten ihn auch Späte-Einsicht-Nacktmull.”
Übrigens: Bisher hatte ich das ivi-Label ja eher für ein Mädchen-Label gehalten. Deshalb wundert es mich ein wenig, dass dort nun offentlich Terry Pratchetts neuester Roman erscheint.
Arbeitsplatz 2013
Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die Bilder von zerlegten Büchern, die ich hin und wieder gepostet habe. Hiermit kann ich alle Bibliophilen beruhigen, dass das der Vergangenheit angehört. Auch die Verlagswelt geht mit der Zeit (zumindest manchmal), und inzwischen bekomme ich praktisch keine englischen Originale in Buchform mehr. Stattdessen sieht mein Arbeitsplatz so aus:

Das Gute an einem eBook ist, dass es nicht plötzlich zufällt, während man keine Hand frei hat, es offen zu halten, weil man gerade tippt. Ich hatte zwar einen Buchhalter, aber der hat nicht so gut funktioniert, wie man meinen sollte, weshalb ich selbst schon teilweise versucht war, mit dem Buchseitenausreißen anzufangen.
Neben dem Lesen von Gutachtenmanuskripten hat das iPad in diesem Haushalt nun also noch eine zweite Funktion und ich kann mir unglaublich futuristisch vorkommen.
Fedcon 22
Dieses Wochenende hat für mich einige neue Erfahrungen bereitgehalten. Beispielsweise habe ich nie zuvor in einem Saal gelesen, der so voll war, dass einige Leute stehen und auf dem Boden sitzen mussten. Aber genau so sah es bei der Lesung zu “Sorge dich nicht, beame!” am Samstag aus. Ich habe bisher auch noch nicht erlebt, dass das Publikum bei jedem einzelnen Witz, den wir in das Buch eingebaut haben, in schallendes Gelächter ausbricht. Wir sollten einfach immer vor haufenweise Geeks lesen.
Und ganz besonders großartig ist das Gewinnspiel gelaufen, das wir im Anschluss gemacht haben. Wir haben Fragen gestellt wie “Wie würde der Große Nagus die Finanzkrise lösen?” und Preise für die kreativste Antwort vergeben. (Die in dem Fall, soweit ich mich erinnere, lautete: “Er würde diese Aufgabe Quark übertragen und erst mal Urlaub machen.”) So haben auch wir uns köstlich amüsiert.
Danach haben wir auch noch signiert.

Das war ebenfalls eine Erfahrung, wie ich sie so noch nicht gemacht habe. Der erste Ansturm hat eine halbe Stunde gedauert, in der wir nonstop Sprüche und unsere Namen in die Bücher gekritzelt haben. Danach hatten wir immerhin gelegentlich mal Zeit, unsere Hände auszuschütteln, aber es kamen auch dann noch ständig weitere Leute. Ich glaube, unser Illustrator Martin Frei hat sich inzwischen geschworen, nie wieder Spock zu zeichnen. Er hat nämlich in jedes Buch einen reingezeichnet, das wir an ihn weitergereicht haben.
Insgesamt war “Sorge dich nicht, beame!” Standbestseller. Die erste mitgebrachte Ladung war am Freitag schon weg, noch bevor wir überhaupt gelesen hatten. Zum Glück konnte nachbestellt werden, aber auch so hat es nicht ganz gereicht.
Zwischendurch durfte ich beim Signieren Iron Mans Helm halten, und uns gegenüber haben die Klingonen sich gegenseitig mit Schmerzstöcken gepiesakt. Hier sind sie gerade bei den Vorbereitungen:

Ein bisschen bin ich auch rumgekommen und habe Fotos machen können. Hier vom Wachpersonal (vielleicht, vielleicht auch nicht):

Und hier von den Besuchern:

Blogtour: 6. Station
Während ich bereits auf der Fedcon sitze, hier ein Hinweis auf die nächste Station der Blogtour:
Bei Nazurka erzähle ich etwas über die Engel und Dämonen in “Aeternum”.
Fedcon
Morgen geht es auf die Fedcon, und der Terminplan ist ziemlich voll. Christian Humberg und ich werden einmal lesen, und dann gibt es über das Wochenende verteilt mehrere Signiertermine am Stand, sowohl mit Christian und mir als auch mit Martin Frei, dem Zeichner der großartigen Illustrationen in unserem Buch.
Lesung
Samstag, 12-13 Uhr
Sorge dich nicht, beame! Die Autoren Andrea Bottlinger und Christian Humberg präsentieren ihr Ratgeberbuch für alle, mit Star Trek und Star Wars besser leben wollen – mit Q&A und Quiz mit tollen Geek-Preisen!
Signiertermine – am Cross Cult Stand im kl. Foyer
Freitag
12 – 13 Uhr Christian Humberg & Andrea Bottlinger
15 – 16 Uhr Christian Humberg & Andrea Bottlinger
Samstag
11 – 13 Uhr Martin Frei
13 – 14 Uhr Christian Humberg & Andrea Bottlinger
14 – 16 Uhr Martin Frei
Sonntag
13 – 16 Uhr Martin Frei, Christian Humberg & Andrea Bottlinger
Vorbilder und so
Auf Robots & Dragons gibt es ein Interview mit Christian Humberg und mir zu “Sorge dich nicht, beame!”. Und darin findet sich unter anderem folgende Aussage von mir:
Ich habe zum Beispiel Star Trek mit Voyager begonnen und fand Captain Janeway immer ganz toll. Das war eine Frau, die ein Raumschiff kommandiert hat und das hat mir selber sehr viel Mut gegeben, als Frau sozusagen nach den Sternen zu greifen.
Das hatte auf Facebook ein paar Witzeleien zur Folge, denn unter Star Trek-Fans gilt Voyager zu mögen größtenteils als Zeichen schlechten Geschmacks.
Für mich war Voyager aber wirklich wichtig, ganz unabhängig von der Qualität der Serie, und ich möchte das mal kurz genauer erklären, weil die ganze Sache Bezug auf ein viel größeres, allgemeinere Thema nimmt:
Als ich in einem war, in dem man noch leicht zu beeindrucken ist, habe ich viele Disney-Filme gesehen. Und damals gab es noch keine Charaktere wie Merida. Damals waren die Disney-Prinzessinen noch richtige Prinzessinen, die zusammen mit niedlichen Tieren Lieder gesungen haben, in denen es darum ging, dass sie auf ihren Traumprinzen warten.
Ich habe auch viel Hohlbein gelesen, in dessen Büchern immer ein dummer Junge die Welt gerettet hat, und Frauen höchstens mal eine Nebenrolle spielten. (Bis auf den einen Roman, in dem er den Namen des dummen Jungen einfach durch den eines Mädchens ersetzt hat.)
Und dann bekam ich von gutmeinender Verwandtschaft noch so Sachen wie “Hanni und Nanni” geschenkt (immerhin war ich ja ein Mädchen). Dazu muss ich, glaube ich, nichts sagen.
Auch wenn es in den unzähligen Büchern, die ich verschlungen habe, sicher auch mal starke Frauenfiguren gab, waren die doch immer in der Unterzahl und haben keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Eindruck, der blieb, war dagegen folgender: Als Frau muss man hübsch und nett und freundlich sein. Manchmal kann man durch Klugheit sogar ein bisschen was Sinnvolles zur Handlung beitragen, manchmal darf man ein wenig frech sein (allerdings immer weniger, je älter man wird). Aber die ganzen wirklich wichtigen Dinge machen die Männer.
So was setzt sich im Unterbewusstsein fest, auch wenn man nie bewusst darüber nachdenkt.
Captain Janeway war für mich deshalb so was wie eine Offenbarung. Die stand auf der Brücke und sagte so Zeug wie “Photonentorpedo abschussbereit machen!”, und irgendein braver Lieutenant beugte sich sogleich über seine Konsole sah zu, dass er den Befehl so schnell wie möglich in die Tat umsetzte. Captain Janeway wurde auch mal wütend. Sie versuchte nicht immer nett und freundlich zu sein. Sie wollte ihr verdammtes Schiff nach Hause bringen, und wer ihr dabei im Weg stand, der hatte ein Problem.
Und vor allem war sie eine Frau, die sich nicht weniger um ihr Aussehen hätte kümmern können. Ich wusste vorher gar nicht, dass so was möglich ist.
Deshalb bleibt sie meine Heldin, und ich habe es bisher vermieden, Voyager noch mal zu schauen, um meine Kindheitserinnerungen nicht zu ruinieren.