Ghostbusters

Ich habe endlich den neuen Ghostbusters-Film gesehen (wie immer später als die meisten), und ich mochte ihn sehr. Es ist nicht so, als wäre er überragend innovativ oder als wäre der Humor sonderlich feinsinnig. Aber wer auch immer behauptet, er habe die ersten Ghostbusters Filme wegen der originellen Story oder wegen ihres intelligenten Humors angeschaut, der muss wirklich sehr tief im „Früher war alles besser“-Land verschollen sein.
Es gibt auch sicher einige sehr handfeste Kritikpunkte, wie z.B. die Tatsache, dass Kevin ganz eindeutig zu dämlich geraten ist. Trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Ich gebe gerne zu, dass ich den Film wahrscheinlich wegen der Protagonistinnen so gerne mag. Ich weiß nicht mal so recht, ob das eine Identifikationssache ist. Vielleicht schon. Ich habe im Grunde kein Problem damit, mich mit männlichen Protagonisten zu identifizieren. Das tue ich relativ häufig. Nicht, weil es nicht auch weibliche Charaktere in den Filmen und Serien gäbe, die ich mag – es gibt ja meistens immerhin einen – sondern weil es sehr wenige weibliche Charaktere gibt, die irgendwo in die Mitte das Spektrums zwischen perfekt und komplett nutzlos fallen. Also irgendwo in die Mitte zwischen Mary-Jane (kann nichts weiter als kreischen) und Black Widow (wunderschön und unnahbar und tödlich). Versteht mich nicht falsch, ich mag Black Widow. Aber vor Ghostbusters habe ich noch nie Frauen in einem Action-Film gesehen, die sich mit einer Mischung aus Wahnsinn, halb-Kompetenz und viel Humor irgendwie durchwurschteln, um die Welt zu retten. Das durften bisher nur die Männer. Und ich wusste bisher nicht, wie sehr ich das vermisst habe.

Ein Blogeintrag, in dem ich auf eine Rezension antworte (was man eigentlich nicht tun sollte)

Wie das so ist, wenn man einen neuen Roman veröffentlich hat, habe ich die letzten Tage damit verbracht, seinen Amazon-Rang zu stalken und alle paar Stunden zu checken, ob es neue Rezensionen gibt. (Falls irgendjemand fragt: Ich bin die Gelassenheit in Person und überhaupt nicht nervös, wie kommt ihr denn darauf?)
Dabei ist mir in einer (ansonsten sehr netten) Rezension zu „Überleben ist ein guter Anfang“ folgende Bemerkung ins Auge gefallen: „Allerdings muss man sich klar sein, dass das Ganze eben doch ein Roman ist. In der Wirklichkeit wäre solch eine Reise für derartig geschwächte Frauen wohl etwas schwieriger zu realisieren.“
Und das macht mich wütend. Nicht mal so sehr, weil mir mangelnder Realismus vorgeworfen wurde. Das passiert eben, und es passiert immer und auch Leuten, die deutlich besser schreiben als ich.
Aber das ist genau das Denken, gegen das ich mit diesem Roman eigentlich angehen wollte. Dieses Denken, das Leute mit einer tödlichen Kranheit direkt mit Leuten gleichsetzt, die einfach gar nichts mehr können außer herumzusitzen und darauf zu warten, zu sterben. Immerhin ist man ja arm, schwach und bemitleidenswert.
Wisst ihr, wie demotivierend und deprimierend das für Betroffene ist?

Deshalb möchte ich hier mal kurz meine Mutter vorstellen.

Das ist meine Mutter etwas weniger als ein halbes Jahr vor ihrem Tod.

Da hatte sie schon hin und wieder mit Schmerzen in der Leber zu kämpfen (wegen Metastasen) und nicht mehr genug rote Blutkörperchen, weshalb sie immer wieder Infusionen bekommen hat. Das heißt, Wanderungen waren deutlich anstrengender für sie als für gesunde Leute. Das heißt, sie ist halt etwas kürzere Strecken gewandert, und ich konnte tatsächlich einigermaßen bequem mit ihr mithalten, anstatt dass sie mir davongelaufen ist.

Das hier ist meine Mutter, wie sie sich gerade über ein Hinweisschild in Peking lustig macht.

Der Grund, warum sie hier im Rollstuhl sitzt, ist die Chemotherapie, die sie damals gemacht hat. Das entsprechende Medikament hat bei ihr das Hand-Fuß-Syndrom ausgelöst, d.h. ihre Hände und Füße waren ständig entzündet und längere Strecken zu laufen hat wehgetan. Das Ganze ist ausgebrochen, während sie und mein Vater schon in China waren. Also haben sie kurzerhand einen billigen Rollstuhl gekauft und ihre Reise fortgesetzt.

Natürlich hat jeder seine eigenen Grenzen, natürlich kann man mit einer tödlichen Krankheit nicht mehr alles machen und natürlich bedarf eine Reise etwas mehr Organisation, wenn man sie mit einer schweren Krankheit antritt. Das alles wird in „Überleben ist ein guter Anfang“ aber auch genau so beschrieben. Und Pauschalaussagen wie „In der Wirklichkeit wäre solch eine Reise für derartig geschwächte Frauen wohl etwas schwieriger zu realisieren.“ lasse ich nicht gelten. Wie schwierig so eine Reise wäre ist von Person zu Person unterschiedlich. Aber was man wirklich am allerwenigsten gebrauchen kann in so einer Situation ist so eine pauschale Negativität und ein allgemeines: „Ach, das kannst du in deinem Zustand sicher nicht.“
Wenn meine Mutter so gedacht hätte, hätte sie in den letzten fünf Jahren ihres Lebens sicher einiges verpasst.

Es ist so weit: Überleben ist ein guter Anfang

Jetzt ist es so weit! „Überleben ist ein guter Anfang“ ist ab heute überall erhältlich, sowohl als Taschenbuch als auch als EBook. Nur für den Fall, dass irgendjemand noch nicht mitbekommen haben sollte, worum es geht, hier noch mal der Klappentext:

Selbsthilfegruppen sind deprimierend, findet Anja Möller. Und die für krebskranke Frauen erst recht. Sie geht nur hin, weil ihr Mann das will. Und trifft dort auf die 83-jährige Sieglinde. Sieglinde ist trotz ihrer Diagnose voller Lebensfreude und plant eine Weltreise. Doch bevor sie die antreten kann, stirbt sie. Als die übrigen fünf absolut unterschiedlichen Frauen der Selbsthilfegruppe beschließen, an ihrer Stelle die Welt zu sehen, nimmt eine abenteuerliche Reise ihren Lauf: Sie haben nichts mehr zu verlieren, sondern alles zu gewinnen.

Und grandioserweise gibt es auch schon erste Rezensionen. Man erlaube mir, mich kurz ein wenig in Lob zu sonnen:

Ein wundervolles Buch, das mehr als 5 Sterne verdient hat, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, und das ich einfach jedem Leser ans Herz legen möchte. Ein MUST HAVE.
Ich hoffe es folgen noch sehr viele Bücher dieser jungen Autorin.
Das Buch bekommt einen Platz ganz weit vorne bei meinen Lieblingsbüchern.
Eine absolute Kauf- und Leseempfehlung und die höchstmögliche Sternenanzahl.

Auch sehr gut gefallen hat mir:

Der Roman ist auf eine besondere Art und Weise berührend, humorvoll, ernsthaft und man sieht als Leser das Leben der Frauen, die sich durch ihre Krankheit nicht unterkriegen lassen und das Leben als lebensbejahend annehmen.

Wer jetzt sofort eilen möchte, um den Roman irgendwo käuflich zu erwerben (was ich sehr empfehlen würde 😉 ) kann das unter anderem hier tun:
Ullstein Verlagswebsite
Amazon
Bücher.de
Weltbild

Katzen …

Ahsoka, a.k.a. die kleine schwarze Teufelskatze, hat sich angewöhnt, bei René dieses Lassie-Ding zu machen, wenn sie etwas möchte. Also, sie maunzt, dann geht sie ein Stück von ihm weg, kommt zurück, maunzt noch mal, geht wieder weg. Bis er kapiert, dass sie will, dass er ihr folgt. Dann führt sie ihn zur Quelle des Problems, das sie gerade hat. Meistens ist ihr Problem, dass sie Gesellschaft beim Fressen haben möchte. Manchmal ist ihr Napf auch leer. Manchmal muss er ihr eine Schranktür aufmachen.
Heute kam sie in mein Arbeitszimmer stolziert, René hinter ihr her.

Er, schulterzuckend: „Ich dachte, sie will mir irgendwas Wichtiges zeigen.“
Ahsoka maunzt, springt aufs Fensterbrett und schaut anklagend nach draußen.
Ich: „Vielleicht möchte sie dich darauf hinweisen, dass es stürmt.“
René an die Katze gewandt: „Echt, Soki? Es stürmt? No shit, Sherlock.“
Ahsoka springt vom Fensterbrett, geht zu ihm hin und maunzt ungeduldig.
Ich: „Ich glaube, sie möchte, dass du den Sturm abschaltest. Er macht sie ein bisschen nervös.“
René: „Da überschätzt sie meine Fähigkeiten aber ein bisschen.“
Ich: „Hey, du kannst Schranktüren aufmachen. Woher soll sie wissen, dass Stürme komplizierter sind?“